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Mit dem richtigen Desinfektionsmittel auf Reisen

SARS-CoV-2 und andere Coronaviren gehören zu den behüllten Viren, gegen die bereits Desinfektionsmittel mit der Kennzeichnung »begrenzt viruzid« wirksam sind. »Viruzid« wirksame Desinfektionsmitteln machen neben behüllten auch unbehüllte Viren unschädlich, zu denen beispielsweise Noroviren zählen, die Magen-Darm-Infekte auslösen können. Bei den Nutzern beliebt sind auch die in Drogerie- und Supermärkten offerierten Hygiene-Handgele, die oft aber nur »antibakteriell« oder »bakterizid« sind, jedoch nicht vor Viren schützen. Das wissen viele Verbraucher nicht.

Um eine ausreichende Wirkung zu erzielen, müssen Händedesinfektionsmittel natürlich korrekt gehandhabt werden. Dabei ist vor allem eine ausreichend lange Einwirkzeit entscheidend. »Je nach Präparat sollte es im Alltag beispielsweise mindestens 30 Sekunden einwirken oder auch zwei Mal 30 Sekunden«, schreibt die Kammer. Das Apothekenpersonal sollte den Kunden bei der Abgabe auf die korrekte Einwirkzeit des gekauften Präparats hinweisen.

Damit man eine ausreichende Menge nimmt, empfiehlt die Apothekerkammer Niedersachsen die eigene Hand als Maß: Die Kuhle der hohlen Hand sollte vollständig mit Lösung gefüllt sein. Nun sollte diese nach einem festen Schema verrieben werden. Dabei dürfen die Fingerzwischenräume, der Daumen, die Fingerkuppen und die Handgelenke nicht vergessen werden.

Was bei der Desinfektion von Oberflächen zu beachten ist

Zu Hause reicht in der Regel normales Putzen mit Reinigungsmitteln. Lediglich wenn ein Coronavirus-Infizierter im Haushalt ist oder Personen krankheitsbedingt ein hohes Ansteckungsrisiko haben, wird eine Oberflächendesinfektion im Sanitärbereich sowie von Türklinken, Handläufen, Lichtschaltern, Tischen sowie Fußböden empfohlen.

»Dabei kommen teilweise andere Wirkstoffe als bei der Händedesinfektion zum Einsatz«, merkt die Apothekerkammer an. Neben Alkoholen wie Isopropanol sind das quartäre Ammoniumverbindungen, Aldehyde und andere. Die Kammer rät: »Angehörige, die sich dauerhaft um Risikopatienten kümmern, können bei der Kranken- beziehungsweise Pflegekasse monatliche Pflegehilfsmittel beantragen, die unter anderem Flächen- und Händedesinfektionsmittel beinhalten.«

Zudem weist sie darauf hin, dass es Desinfektionsmittel gibt, die zwar sowohl für die Hände- als auch für die Flächendesinfektion deklariert sind, bei denen jedoch besondere Vorsicht geboten sei. »Diese Präparate enthalten kritische Inhaltsstoffe, die in höheren Konzentrationen nach Gefahrstoffverordnung als gesundheitsgefährdend und hautreizend eingestuft sind.« Hier sei vor allem bei Sprays Vorsicht geboten. Denn beim Versprühen können die Aerosole eingeatmet und die Schleimhäute gereizt werden. »Eine sogenannte Scheuer-Wischdesinfektion mit Tuch und Desinfektionsmittel oder mit bereits getränkten Tüchern ist zum einen verträglicher und zum anderen laut RKI wirksamer als eine Sprühdesinfektion«, informiert die Kammer.

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