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Kontrazeption
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Mit allen Mitteln verhüten

Die klassische Antibabypille verliert an Bedeutung. Seit einigen Jahren ist sie nach dem Kondom nur noch das zweit beliebteste Verhütungsmittel. Hinzu kommt: Mit dem Alter der Anwenderin verschiebt sich das Nutzen-Risiko-Verhältnis besonders für kombinierte orale Kontrazeptiva. Das liegt nicht unbedingt nur an der Gestagen-Komponente.
AutorKontaktElke Wolf
Datum 21.05.2026  07:00 Uhr

Depot, Spirale, Minipille

Auch DMPA-Injektionen (Depot-Medroxyprogesteronacetat), die sogenannten Dreimonatsspritzen, erhöhen das Thromboserisiko. Darüber hinaus bewirken sie initial einen Rückgang der Knochendichte. Dieser scheint sich durch die Menopause zwar nicht zu verstärken. Dennoch gelten ab 40 Jahren die gleichen Einschränkungen wie für kombinierte hormonelle Kontrazeptiva.

Abzuraten ist von natürlichen Verhütungsmethoden: Die Vorhersage der fruchtbaren Tage mit Temperaturmessung und Beobachtung des Gebärmutterhalsschleims ist nur möglich, solange der Eisprung noch regelmäßig erfolgt. In der Perimenopause bietet diese Methode keinen ausreichenden Schutz vor einer unerwünschten Schwangerschaft. Hormonbasierte Ovulationstests bringen aufgrund der großen hormonellen Schwankungen ebenfalls keine zuverlässigen Ergebnisse.

Die estrogenfreie Minipille (Levonorgestrel, Desogestrel) und das subdermale Etonogestrel-Implantat sind nach heutigem Erkenntnisstand nicht mit einem erhöhten Thromboembolie-Risiko assoziiert. Auch auf die Knochenmineraldichte zeigen sie keinen negativen Einfluss.

Gleiches gilt für das Levonorgestrel freisetzende Intrauterinsystem (LNG-IUD) und die hormonfreie Kupferspirale. Die Hormonspirale führt oftmals zu schwächeren und weniger schmerzhaften Periodenblutungen – ein oft gewünschter Nebeneffekt. Bei der Kupferspirale ist manchmal das Gegenteil der Fall. Nach Ansicht vieler Experten kann die Tragedauer bei beiden IUD-Typen in den Wechseljahren auf acht bis zehn Jahre verlängert werden. Voraussetzung sind regelmäßige Arztbesuche zur Kontrolle der korrekten Lage.

Nicht hormonelle Kontrazeption Kontrazeptiva mit Hormonen
(Estrogen-Gestagen-Kombipräparate)
Kontrazeptiva mit Hormonen
(reine Gestagen­präparate)
• Kupfer-Spirale
• (Cu-IUD)
• Scheidendiaphragma
• Portiokappe
• Kondom
• Spermizide
• Tubensterilisation
• Sterilisation des Mannes
• kombinierte orale Kontrazeptiva
• Vaginalring
• Hormonpflaster
• Depotgestagene (Dreimonatsspritze)
• Implantat
• Minipille
• estrogenfreier Ovulationshemmer
• Hormonspirale (LNG-IUD)
• Postkoitale Notfallkontrazeption
Mögliche Verhütungsmethoden
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