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Covid-19 und die Lunge
Milchglasmuster und andere Folgeschäden

Milchglasmuster im CT

Wenn sich Blum mehr als zwei Monate später eine Computertomografie von Boulgakovs Lungen anschaut, sieht er viele gesunde Abschnitte, aber eingestreut auch krankhafte Veränderungen des Gewebes. Milchglasmuster nennen Ärzte diese weißen Einsprengsel, es sind entzündliche Stellen. Daraus könnten später Narben werden. Für eine Prognose sei es zu früh, fasst der Arzt zusammen. Der nächste Kontrolltermin ist in drei Monaten. Boulgakov berichtet, dass es ihm schon sehr viel besser gehe. «Aber es ist noch nicht so wie früher.» Er kommt mehr als zwei Monate nach Beginn der Erkrankung immer noch schnell aus der Puste, fühlt sich matt und abgeschlagen.

«Ich habe immer noch großen Respekt vor dem neuen Coronavirus Sars-CoV-2», sagt Blum. Denn für ihn ist die Lunge nicht alles. «Dieses Virus kann zum Beispiel auch Herzmuskel, Darm, Niere, Gefäßinnenhäute und das Nervensystem schädigen», zählt er auf. Wie häufig und in welchem Ausmaß? Große Fragezeichen. Eine britische Studie beschrieb Ende Juni im Fachblatt «The Lancet Psychiatry» 153 Schicksale – ohne Anspruch auf Repräsentativität. Alle Patienten entwickelten als schwere Fälle in Kliniken im Zusammenhang mit Covid-19 Komplikationen. Darunter waren Schlaganfälle, aber auch Gehirnentzündungen und sogar Psychosen.

Auch Patienten in Deutschland, die zunächst nicht schwer erkrankt schienen, erlitten Herzinfarkte, Schlaganfälle, Lungenembolien oder Beinvenenthrombosen, berichtet Professor Dr. Clemens Wendtner, Chefarzt der Klinik für Infektiologie an der München Klinik Schwabing. Die Zahl der Betroffenen sei jedoch gering. Sie liege deutlich unter 10 Prozent der Patienten in der Klinik – und damit etwas unter 1 Prozent aller registrierten Infizierten.

Es bestehe aber das Risiko, dass es Spätfolgen gebe, urteilt auch Wendtner. «Ein Teil der Patienten wird langfristig Probleme entwickeln. Ich denke schon, dass wir hier sekundär durch Covid-19 auch neue Krankheitsbilder generieren.» Das Coronavirus könne eben nicht nur die Lunge, sondern letztlich jede Zelle des Körpers befallen, ergänzt Privatdozent Dr. Christoph Spinner vom Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München. «Unzweifelhaft ist Covid 19 eine Systemerkrankung

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