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Gesunde Langlebigkeit
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Longevity muss kein Geld kosten

»Evidenz statt Hype« – unter diesem Motto stand die erste Veranstaltung des Longevity Forum Deutschland. Statt Influencern standen etablierte Professoren auf dem Podium, statt Supplement-Marketing gab es evidenzbasierte Tipps, wie man mehr gesunde Lebensjahre gewinnt. Das muss kein Geld kosten, allerdings etwas Mühe.
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 07.09.2026  15:00 Uhr
Jeder kann selbst was tun, die Politik ist aber auch gefragt

Jeder kann selbst was tun, die Politik ist aber auch gefragt

In der Abschlussdiskussionsrunde wurde noch einmal deutlich, dass jeder Einzelne es selbst in der Hand hat, viel für sein gesundes Altern zu tun, es jedoch zugleich auch entsprechend Unterstützung von Politik und Krankenkassen geben sollte, zum Beispiel mit sinnvollen Besteuerungen auf schädliche Konsum- und Lebensmittel und zugleich verbesserten Präventionsangeboten und Aufklärung.

Andreas Storm, Vorsitzender der DAK-Gesundheit, sieht Longevity als ein wesentliches Element für die Aktivitäten der Krankenkassen in den nächsten Jahren. Er sieht ein großes Defizit in der Gesundheitsbildung. »Die Menschen müssen wissen, wie sie sich gesund verhalten, um gesund alt zu werden.« Derzeit gebe es zu wenig Anreize für Prävention. Das Fitnessstudio könne man aber nicht jedem über die Solidargemeinschaft finanzieren.

Nils Behrens, der einzige geladene Influencer, erinnerte daran, dass ein Paar Laufschuhe und eine Yogamatte für zu Hause schon ausreichen. Und pflanzliche Ernährung ist nicht nur gesünder, sondern meist auch günstiger als eine fleischbasierte. Schlaf und soziale Kontakte kosten kein Geld. »Die Basisarbeit kann jeder machen, ohne einen Euro auszugeben.«

Risikofaktoren checken lassen – das kann auch die Apotheke

Die Kardiologin und Internistin Professor Dr. Christina Magnussen vom UKE, Mitinitiatorin des Forums, plädierte, die bereits verfügbaren, evidenzbasierten Mittel der Medizin stärker zu nutzen statt bunter Pillen und fragwürdiger Infusionen. »Gehen Sie nicht der paramedizinischen Longevity-Industrie auf den Leim«, appellierte sie an die Menschen. Stattdessen sollte man seine Risikofaktoren checken und sich gegebenenfalls leitliniengerecht behandeln lassen, zum Beispiel mit Blutdrucksenkern und Statinen.

»Prävention muss früh im Leben beginnen – wenn noch keiner darüber nachdenkt, seine Risikofaktoren messen zu lassen«, forderte die stellvertretende Direktorin der Klinik für Kardiologie am UKE. Das sieht sie nicht unbedingt als ärztliche Aufgabe. »Blutdruckmessung und Cholesterin-Bestimmung müssen nicht beim Arzt stattfinden, das geht auch perfekt in der Apotheke.« Magnussen kann sich solche Risikochecks allerdings auch im Drogeriemarkt oder beim Behördengang vorstellen.

Bischof-Ferrari plädierte dafür, in Fachpanels zu diskutieren, welche Werte wann bei wem und wie oft gemessen werden sollten, und dann entsprechende Pfade zu etablieren. »Es wird nicht die eine Pille sein, die uns länger leben lässt, sondern eine Kombination von Konzepten.«

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