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Gesunde Langlebigkeit
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Longevity muss kein Geld kosten

»Evidenz statt Hype« – unter diesem Motto stand die erste Veranstaltung des Longevity Forum Deutschland. Statt Influencern standen etablierte Professoren auf dem Podium, statt Supplement-Marketing gab es evidenzbasierte Tipps, wie man mehr gesunde Lebensjahre gewinnt. Das muss kein Geld kosten, allerdings etwas Mühe.
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 07.09.2026  15:00 Uhr

Longevity ist ein Riesentrend. Vor allem in den sozialen Medien gibt es zahllose Kanäle, die oft genug auch die vermeintlich passenden Produkte vermitteln. Vereinfacht lässt sich jedoch sagen: Je größer der Hype, je glänzender das Marketing, desto schlechter steht es meist um die Evidenz für die versprochene Wirkung. Darin waren sich die Expertinnen und Experten beim Impulstag des neuen Longevity Forum Deutschland, der am Freitag in Hamburg stattfand.

Professor Dr. Stefan Kluge, Mitinitiator und Direktor der Klinik für Intensivmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), freute sich über das große Interesse an der Auftaktveranstaltung mit mehr als 800 Anmeldungen.

»Das Thema brennt«, so Kluge. Es sei eine Milliardenindustrie entstanden, mit Influencern, die in der Regel ohne medizinische Ausbildung zur Anwendung von nutzlosen bis gefährlichen Methoden raten. »Wir wollen es hier wissenschaftlich und evidenzbasiert aufarbeiten.« Reichweitenstarke Influencer oder Firmengründer, die vom Hype profitieren, habe man daher bewusst nicht eingeladen. Stattdessen hielten 16 namhafte, wissenschaftlich etablierte Expertinnen und Experten honorarfrei Vorträge für Laien und Fachpublikum zum Stand der Longevity-Forschung. Im März soll ein mehrtägiger Kongress folgen.

Sieben echte Longevity-Faktoren

Im Prinzip präsentierten die Referierenden nichts Neues, dafür aber geballt und übersichtlich, was wirklich das Leben verlängert. Und das sind eben keine Supplements, sondern im Wesentlichen sieben Faktoren einer gesunden Lebensweise, die Professor Dr. Heike A. Bischoff-Ferrari, Direktorin des Swiss Campus on Healthy Longevity der Uni Basel, in ihrer Keynote darstellte. »Für diese sieben Lebensstilfaktoren sind sich alle Altersforscher einig, dass es eine gute Evidenz gibt, dass sie Krankheiten reduzieren und Funktionen erhalten, die direkt an der Wurzel der Biologie des Alterns ansetzen.« Das sind:

  1. ausreichend Schlaf
  2. ausreichend Bewegung
  3. neue Dinge lernen
  4. der Umgang mit Stress
  5. gesunde Ernährung
  6. soziale Interaktion
  7. nicht rauchen

Man wisse also ganz genau, wie man gesund altert, und muss dafür nicht einmal Geld ausgeben. Doch kostet es mitunter viel Mühe, die einzelnen Punkte jeden Tag ein Leben lang umzusetzen. Bischoff-Ferrari riet hier zu kleinen Veränderungen, mit denen sich aber aufsummiert enorme Vorteile ergeben. »Jede Treppe ist ein Geschenk!«, so sieht es die Forscherin (und tatsächlich ließen die meisten Besucherinnen und Besucher des Longevity Forums im Kongresscentrum Hamburg die Rolltreppe links liegen).

Je mehr Kriterien man erfüllt, desto besser. Auf umso mehr gesunde Lebensjahre darf man hoffen – in der Nurses-Health-Studie hatten die Teilnehmerinnen, die im Alter von 50 Jahren nicht rauchten, einen normalen BMI hatten, 30 Minuten täglich aktiv waren, eine mediterrane Diät einhielten und nur moderat Alkohol konsumierten und diesen Lebensstil beibehielten, eine Lebenserwartung von 43 Jahren. Diejenigen, auf die nichts davon zutraf, starben dagegen im Schnitt schon nach 29 Jahren – ein Unterschied von 14 Jahren.

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