| Alexandra Amanatidou |
| 18.09.2026 12:00 Uhr |
»Eine hochwertige Versorgung ist nur möglich, wenn Gesundheit nicht als Ware betrachtet wird«, schreibt die Linke M-V in ihrem Wahlprogramm und fordert ein Gesundheitswesen, das »dem Profitprinzip entzogen wird«. Zudem will sie die Sozialpolitik »konsequent mit Gesundheits- und Infrastrukturpolitik« verknüpfen.
Die Partei will Anerkennungsverfahren für ausländische Fachkräfte im ärztlichen und nichtärztlichen Bereich beschleunigen und eine »Willkommenskultur« schaffen. Dennoch will sie Fachkräfte gewinnen, ohne selbst einen »Brain-Drain« zu verursachen. Der Begriff bezeichnet die Abwanderung von hochqualifizierten Fachkräften aus ihrer Heimat in andere Regionen oder Länder.
Regionale Gesundheitszentren und Hebammenzentren sollen gefördert werden, zudem soll die Telemedizin flächendeckend zum Einsatz kommen. Auf Bundesebene will sie sich für eine »solidarische Gesundheits- und Pflegeversicherung« einsetzen.
Sie fordert eine bessere Betreuung für Long-Covid- und ME/CFS-Betroffene und plant, Forschungsprojekte auf diesem Gebiet zu unterstützen. Außerdem will die Partei einen »flächendeckenden, bedarfsgerechten, kurzfristigeren und bürokratieärmeren« Zugang zu psychotherapeutischen Angeboten erreichen.
Die 57-Jährige ist amtierende Stellvertreterin der Ministerpräsidentin sowie Landesministerin für Bildung und Kindertagesförderung in Mecklenburg-Vorpommern. Die studierte Lehrerin und ehemalige Schulleiterin gilt laut einem Porträt des NDR als »fachlich versiert und durchsetzungsstark«. In der Vergangenheit äußerten Medienvertreter, Gewerkschaften und Lehrerverbände Kritik an der Oldenburg. Grund dafür war der restriktive Umgang ihres Ministeriums mit den Medien.