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Impfstart in Hausarztpraxen
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Lieferungen von Covid-19-Impfstoffen in Apotheken laufen gut an

Zwei Apothekerinnen und ein Apotheker berichten der PZ von einem reibungslosen Start der ersten Covid-19-Impfstoff-Lieferungen in die Offizin. Zudem bringen sie Verbesserungsvorschläge ins Spiel, wie der Impfstart in den Hausarztpraxen schneller, sicherer und zuverlässiger ablaufen könnte.
AutorKontaktCharlotte Kurz
Datum 07.04.2021  18:00 Uhr
Apotheker könnten bei Rekonstitution in Arztpraxen helfen

Apotheker könnten bei Rekonstitution in Arztpraxen helfen

Er hatte den Arztpraxen, die er mit Impfstoff-Lieferungen versorgt, im Vorfeld einen Leitfaden über den richtigen Umgang mit den Impfstoffen geschickt. Dies reicht ihm jedoch nicht: »Ich würde mir wünschen, dass wir pharmazeutisches Personal in die Hausarztpraxen schicken können und damit bei der Rekonstitution der Impfstoffe behilflich sind«, schlägt er vor. Dies sei mit einer fairen Vergütung sehr gut vorstellbar und »würde auch die Zusammenarbeit mit den Ärzten verbessern und einen engen Schulterschluss in der Pandemie zeigen«, meint Gerninghaus. Denn gerade im Hinblick auf die Impfzentren sei deutlich geworden, wie wichtig die Arbeit und Expertise von Apothekern und PTA bezüglich der Impfstoff-Vorbereitung ist.

Einen weiteren Verbesserungsvorschlag hat Apothekerin Monika Herzog von der Herzog Apotheke im baden-württembergischen Wiesloch. Derzeit ist vorgesehen, dass die Apotheken in enger Absprache mit den Praxen einmal pro Woche beim Großhandel bestellen und damit auch eine wöchentliche Impfstoff-Lieferung erhalten. Das werde der aktuellen Nachfrage nach Impfungen jedoch nicht gerecht, findet Herzog. »Zwei Liefertermine wären sinnvoll«, sagte sie der PZ. Denn einige Praxen würden ihren Patienten auch gerne samstags Impftermine anbieten. Da der Comirnaty®-Impfstoff aufgetaut nur 120 Stunden verabreicht werden darf und der Großhandel jeden Montagmorgen mit dem Auftauen beginnt, sei dies derzeit nicht möglich.

Aktuell ist der Impfstoff, der über die Apotheken in die Arztpraxen fließt, aber noch knapp. Diese Woche wurden bundesweit 940.000 Dosen an die Praxen ausgeliefert. Bis Ende April soll die Menge Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zufolge auf 3 Millionen Impfdosen pro Woche aufgestockt werden.

Vergütung zu knapp bemessen

Bezüglich der Vergütung sind Buck, Herzog und Gerninghaus enttäuscht. »Lächerlich« nennt Apotheker Gerninghaus die veranschlagten 6,58 Euro netto pro Durchstechflasche. Trotzdem steht für ihn im Wesentlichen die Bekämpfung der Pandemie im Vordergrund und nicht die Höhe der Vergütung. »Der Organisationsaufwand ist sehr groß. Mit der aktuellen Vergütung lohnt sich der Aufwand eigentlich gar nicht«, so Herzog. Und auch Buck befürchtet: »Noch ist der Aufwand mit den wenigen Vials überschaubar, aber wenn größere Mengen geliefert werden, dann wird der Aufwand natürlich auch größer.« Vor allem hinsichtlich der Dokumentationspflichten sei dies dann kaum mehr kostendeckend zu erfüllen. Der Vertrieb der Covid-19-Impfstoffe unterliegt zudem strengen Auflagen, die Apotheker berücksichtigen müssen, um Bußgelder zu vermeiden.

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