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Tränenflüssigkeit
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Labsal für trockene Augen

Wenn Tränen fließen, sind häufig Emotionen die Ursache. Für die gesunde Funktion des Auges ist die Tränenflüssigkeit essenziell. Doch es gibt vielfältige Störungen in ihrer Bildung und im Abfluss. Die Apotheke ist oft erste Anlaufstelle bei Beschwerden.
AutorKontaktBarbara Staufenbiel
Datum 15.05.2025  09:00 Uhr

Störungen des Tränenapparates

Wenig bekannt ist die Canaliculitis, eine Entzündung der Tränenkanälchen. Begleitende Symptome sind Augentränen, Ausfluss, Rötungen und Druckempfindlichkeit am inneren Lidrand in Nähe der Nase. Der Ophthalmologe entfernt infiziertes Material (Dakryolithe) aus den Tränenkanälchen und spült mit einer antibiotischen Lösung. Verordnet werden lokale Antibiotika über sieben bis zehn Tage. Das Apothekenpersonal kann warme Augenkompressen empfehlen.

Eine akute Tränensackentzündung (Dakryozystitis) entsteht häufig durch eine von der Nasenhaupthöhle aufsteigende Infektion. Ist der Tränennasengang verschlossen, staut sich die Flüssigkeit im Tränensack. Neben Druckschmerzen, Rötung und Augentränen tritt bei schweren Infektionen auch Fieber auf. Die Differenzialdiagnose durch den Augenarzt ist wichtig. Da es sich häufig um viral bedingte Entzündungen handelt, kann das Apothekenpersonal beruhigende Augentropfen empfehlen. In hartnäckigen Fällen und bei leichter bakterieller Superinfektion sind desinfizierende Augenarzneimittel (Bibrocathol) hilfreich.

Bei einer chronischen Dakryozystitis schwillt der Tränensack im Innenwinkel des Auges an. Besonders wenn Fieber hinzukommt, verordnet der Arzt systemisch wirksame Antibiotika (Erythromycin, Cefuroxim).

Eine Dakryostenose beschreibt die Verengung des Tränennasengangs, sodass die Tränen nicht mehr ausreichend über den Nasengang abfließen können. Bei der angeborenen Form sind die Tränennasengänge ein- oder beidseitig unausgereift. Oft verschwindet das Problem, wenn das Kind etwa ein Jahr alt ist, da sich das nasolakrimale System ausbildet. Bei älteren Kindern hilft nur die operative Öffnung durch eine Nasensonde.

Eine erworbene Dakryostenose entsteht häufig durch eine altersbedingte Verengung des Kanals oder durch Entzündungen (Sarkoidose, Granulomatose mit Polyangiitis, chronische Konjunktivitis), Arzneimittel (Chemotherapeutika), Autoimmunerkrankungen oder Bestrahlung. Bei heftigen Beschwerden ist ein chirurgischer Eingriff notwendig.

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