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Notfall Sepsis
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Kontrollverlust des Körpers

Eine Sepsis kann jeden treffen. Viele Patienten sterben daran und Überlebende leiden häufig an Langzeitschäden. Den Notfall Sepsis frühzeitig zu erkennen und den Notruf 112 zu wählen, kann Leben retten. Die Apotheke kann dazu beitragen, Sepsis zu verhindern – auch mit Impfangeboten.
AutorKontaktBarbara Staufenbiel
Datum 15.03.2026  08:00 Uhr

Präventionsmaßnahmen

Infektionsprävention ist der erste Schritt zur Verhinderung einer Sepsis. Dazu zählen verschiedene Maßnahmen.

Die S3-Leitlinie unterstützt ein Antimicrobial-Stewardship-(AMS-)Programm zur Förderung des rationalen und verantwortungsvollen Einsatzes von Antibiotika, um vor allem Resistenzen zu reduzieren. Das Apothekenpersonal sollte Einnahme und Zubereitung von Antibiotika genau erklären. Zusätzlich ist ein Antibiotika-Pass ein wirksames Instrument im Kampf gegen resistente Keime, da er einen Überblick über Art, Wirksamkeit und Häufigkeit von Antibiotika-Verordnungen gibt.

Eine weitere Leitlinienempfehlung bezieht sich auf die konsequente Impfprophylaxe gemäß Ständiger Impfkommission (STIKO), insbesondere gegen Influenza, Covid-19, RSV (Respiratory Syncytial Virus), Pneumokokken, Meningokokken und Haemophilus influenzae B. Die Apotheke sollte den Nutzen der Impfungen unterstreichen und diese niederschwellig selbst im Rahmen der pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL) anbieten sowie Impfpässe auf Vollständigkeit prüfen.

Eine weitere wichtige Präventionsmaßnahme ist Hygiene. Gerade das Apothekenteam sollte auch nach der Coronazeit immer wieder den Fokus auf Hygienemaßnahmen legen, Vorbild sein, auf gründliches und häufiges Händewaschen hinweisen und Desinfektionsmittel bereitstellen, um die Verbreitung von Keimen zu reduzieren. Beim direkten Kontakt zu Patienten kann es auf die rechtzeitige und fachgerechte Pflege, Desinfektion und Beobachtung von Wunden hinweisen. Apotheken können Schulungen und Vorträge in Pflegeeinrichtungen, Schulen oder Kindergärten anbieten, Poster ins Schaufenster stellen und Handzettel auslegen. Material kann über die Sepsis-Akademie der Uni Greifswald bestellt werden.

Ein gesunder Lebensstil mit viel Bewegung, Sport, Verzicht auf Alkohol und Rauchen sowie das Einhalten von Normalgewicht sind wichtig für ein gesundes Immunsystem. Risikofaktoren für eine Sepsis wie Diabetes, Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen sowie Krebs können so vermindert werden.

Fazit: Eine Infektion darf nie auf die leichte Schulter genommen, sondern muss so schnell und effektiv wie möglich behandelt werden. Trotz des hohen medizinischen Fortschritts ist die Sterblichkeit an einer Sepsis sehr hoch. Die Heilungschancen sind am besten, wenn die Erkrankung frühzeitig erkannt und behandelt wird. Daher sollten möglichst viele Menschen über Risiko und Prävention aufgeklärt sein. Hierbei kann die Apotheke einen wertvollen Beitrag leisten.

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