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Notfall Sepsis
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Kontrollverlust des Körpers

Eine Sepsis kann jeden treffen. Viele Patienten sterben daran und Überlebende leiden häufig an Langzeitschäden. Den Notfall Sepsis frühzeitig zu erkennen und den Notruf 112 zu wählen, kann Leben retten. Die Apotheke kann dazu beitragen, Sepsis zu verhindern – auch mit Impfangeboten.
AutorKontaktBarbara Staufenbiel
Datum 15.03.2026  08:00 Uhr

Therapie gemäß Leitlinie

Die Patienten werden intensivmedizinisch betreut. Bei der Therapie unterscheidet die S3-Leitlinie »Sepsis« Patienten mit Verdacht auf eine Sepsis mit oder ohne septischen Schock.

Ohne Schocksymptomatik wird zeitnah eine weitere Diagnostik empfohlen. Gelingt es, den Erreger zu identifizieren, sollte eine antiinfektive Therapie innerhalb von drei Stunden beginnen. Hierfür sollen Beta-Laktam-Antibiotika nach anfänglichem Bolus als prolongierte oder kontinuierliche Infusion eingesetzt werden. Besteht ein hohes Risiko einer Pilzinfektion, empfiehlt die Leitlinie die antimykotische Therapie. Zur Kreislaufstabilisierung werden In-fusionslösungen (Ringer-Lactat) intravenös verabreicht, additiv mit Albumin, wenn große Flüssigkeitsmengen notwendig sind.

Bei Anzeichen eines septischen Schocks sollen innerhalb einer Stunde Antiinfektiva intravenös gegeben werden. Im Schock werden Vasopressin oder Adrenalin/Noradrenalin zur Stabilisierung des mittleren arteriellen Blutdrucks bei 65 mmHg empfohlen. Hydrocortison mit oder ohne Fludrocortison wird bei anhaltendem Bedarf an Vasopressin trotz ausreichender Volumengabe zusätzlich eingesetzt.

Patienten mit und ohne septischen Schock werden beatmet und über 12 bis 16 Stunden auf dem Bauch gelagert. Dabei wird die Lunge entlastet und die Sauerstoffaufnahme ins Blut verbessert.

Die Leitlinie empfiehlt eine genaue Beobachtung der Nierenfunktion und bei lebensbedrohlichen Veränderungen des Flüssigkeits-, Säure-Basen- oder Elektrolythaushalts eine Nierenersatztherapie (Dialyse). Dabei soll zur Kontrolle der Gerinnungsfunktion eine regionale Citrat- oder eine systemische Heparin-Antikoagulation extrakorporal eingesetzt werden.

Die pharmakologische Prophylaxe einer venösen Thromboembolie (VTE) erfolgt mit niedermolekularem Heparin (Dalteparin, Enoxaparin, Nadroparin). Bei einem Blutzuckerspiegel von oder über 180 mg/dl wird mit Insulin behandelt. Patienten mit Risikofaktoren für gastrointestinale Blutungen bekommen Protonenpumpeninhibitoren.

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