Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Notfall Sepsis
-
Kontrollverlust des Körpers

Eine Sepsis kann jeden treffen. Viele Patienten sterben daran und Überlebende leiden häufig an Langzeitschäden. Den Notfall Sepsis frühzeitig zu erkennen und den Notruf 112 zu wählen, kann Leben retten. Die Apotheke kann dazu beitragen, Sepsis zu verhindern – auch mit Impfangeboten.
AutorKontaktBarbara Staufenbiel
Datum 15.03.2026  08:00 Uhr

Mögliche gravierende Spätfolgen

Patienten, die eine Sepsis überlebt haben und längere Zeit intensivmedizinisch behandelt werden mussten, haben häufig einen langen Genesungsprozess. Daher empfiehlt die S3-Leit-linie, Angehörige und Patientenverfügungen frühzeitig einzubeziehen und realistische Behandlungsziele innerhalb von 72 Stunden zu formulieren. Es kann zu Organfunktionsstörungen (Dialyse), körperlichen Einschränkungen (Amputation) oder zur Pflegebedürftigkeit kommen.

Als Langzeitfolgen werden beschrieben:

  • Post-Intensive-Care-Syndrom (PICS) mit Beeinträchtigungen der physischen, kognitiven oder psychischen Funktionen,
  • Sepsis-assoziiertes Delir mit Störungen von Bewusstsein, Gedächtnis oder Emotionalität sowie
  • die posttraumatische Belastungsstörung (PTBS), eine spezifische Form von psychischen Traumafolge-Erkrankungen. Zur Behandlung einer PTBS wird auf die S3-Leitlinie »Posttraumatische Belastungsstörung« verwiesen.

Ebenso kann es als Folge einer schweren Sepsis und Intensivtherapie zu einer neuromuskulären Schwäche mit Muskelatrophie, Kachexie oder Schluckstörungen kommen. Ein Großteil dieser Spätfolgen tritt verzögert auf und ist bei Entlassung aus dem Krankenhaus noch nicht diagnostizierbar, sodass die Verantwortung im hausärztlichen Bereich liegt.

Nicht alle Ärzte kennen die Langzeitfolgen einer Sepsis. Daher sollte im Entlassbericht darauf hingewiesen werden. Die Apotheke kann in einem sensiblen Gespräch mit den Angehörigen aufklären, unterstützen und den Kontakt zu Selbsthilfegruppen vermitteln.

Mehr von Avoxa