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Notfall Sepsis
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Kontrollverlust des Körpers

Eine Sepsis kann jeden treffen. Viele Patienten sterben daran und Überlebende leiden häufig an Langzeitschäden. Den Notfall Sepsis frühzeitig zu erkennen und den Notruf 112 zu wählen, kann Leben retten. Die Apotheke kann dazu beitragen, Sepsis zu verhindern – auch mit Impfangeboten.
AutorKontaktBarbara Staufenbiel
Datum 15.03.2026  08:00 Uhr

Umfangreiche Diagnostik

Für die Diagnose einer Sepsis müssen Mikroorganismen oder deren Toxine im Blut zu finden sein. Diese können allerdings dem Nachweis durch Blutkulturen entgehen, da sie auch intermittierend in das Blut gelangen oder der Patient bereits mit Antibiotika behandelt wurde.

Zur weiteren Identifikation des Erregers werden von Flüssigkeits- oder Gewebeproben, zum Beispiel Urin, Zerebrospinalflüssigkeit, Wundgewebe oder Sputum aus der Lunge, Kulturen angelegt. Hinzu kommen Röntgenbilder des Brustkorbs oder andere bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT), um nach einer Infektionsquelle zu suchen, Blutuntersuchungen mit Bestimmung des Laktatwerts, Sauerstoffsättigung (Pulsoximetrie) sowie ein EKG. Verschiedene Instrumente wie der NEWS2-Score (National Early Warning Score) werden zum Screening herangezogen (Tabelle, Kasten).

Auch die klinischen Zeichen spielen diagnostisch eine große Rolle. In zahlreichen Studien wurden Biomarker für das Screening untersucht, die sich allerdings als wenig spezifisch und unzureichend sensitiv entpuppten. Dies gilt ebenso für C reaktives Protein (CRP) und Procalcitonin (PCT), deren Bestimmung eher für das Absetzen der antiinfektiven Therapie nach einer Sepsis wichtig ist.

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