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Steigende Infektionszahlen

Kommen die kostenlosen Bürgertests zurück?

Die geschäftsführende Bundesregierung und die möglichen Ampel-Koalitionäre beraten derzeit über Reaktionen auf die steigenden Coronavirus-Infektionszahlen. Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen forderte, dass man die Bürgertests wieder einführen, Apotheken in die Impfkampagnen einbinden und eine Impfpflicht für Gesundheitspersonal beschließen müsse.
Benjamin Rohrer
dpa
08.11.2021  15:00 Uhr

Sowohl die geschäftsführende Bundesregierung als auch die möglichen Ampel-Koalitionäre beraten derzeit über eine Wiedereinführung der kostenlosen Bürgertests. Über das Thema wird vor dem Hintergrund der stark steigenden Infektionszahlen diskutiert. Kostenlose Schnelltests gibt es seit dem 11. Oktober nur noch in Ausnahmefällen, etwa für Menschen, die sich nicht impfen lassen können, darunter Kinder unter 12 Jahren, sowie übergangsweise für 12- bis 17-Jährige und Schwangere.

Der an den Ampel-Verhandlungen beteiligten Grünen-Gesundheitsexperte und Arzt Janosch Dahmen erklärte auf Twitter: »Die Abschaffung der Gratistests durch die Große Koalition war falsch, die Tests müssen wieder eingeführt werden. Aber die Bürgertests müssen endlich überall mit QR-Code ausgestellt und in der Corona-Warn-App eingelesen werden.« Auch der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) berät mit den Parteien der voraussichtlichen Ampel-Koalition über die Wiedereinführung der kostenlosen Corona-Bürgertests. Das bestätigte ein Ministeriumssprecher am Montag in Berlin. Die Entscheidung von Bund und Ländern im August für ein Ende der kostenfreien Tests ab Oktober sei damals richtig gewesen. Seitdem sei bei den Erstimpfungen ein Anstieg zu erkennen, sagte der Sprecher.

 

Auch die geschäftsführende Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) steht einer Wiedereinführung kostenloser Tests für alle offen gegenüber, wie ihr Sprecher Steffen Seibert am Montag sagte. Es müsse viel getestet werden. Wenn man von möglichst vielen Infektionen wisse und die Dunkelziffer möglichst klein halte, gebe das mittelfristig mehr Sicherheit. Deshalb begleite Merkel solche Überlegungen durchaus positiv.

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