Die Forschenden kombinierten Wirkstoffe, die auf die identifizierten Schwachstellen abzielen, mit Trametinib, einem Inhibitor der Enzyme MEK1 und 2 (Mitogen-aktivierte Proteinkinase-Kinase 1 und 2), der etwa bei Lungen- oder Schilddrüsenkrebs eingesetzt wird.
MEK 1 und 2 sind Teil eines Signalwegs, der das Zellwachstum reguliert und bei RAS-mutierten Tumoren häufig überaktiv ist. Frühere Erkenntnisse deuteten darauf hin, dass eine Hemmung dieses Signalwegs die Tumorzellen empfindlicher gegenüber weiteren Wirkstoffen machen könnte. Die Forschenden wollten daher prüfen, ob sich das Tumorwachstum durch die gezielte Blockade mehrerer Prozesse stärker bremsen lässt.
Es zeigte sich, dass das Wachstum von mikrosatellitenstabilem Darmkrebs durch bestimmte Wirkstoffkombinationen verlangsamt werden konnte.
Die Studie zeigt damit einen möglichen Therapieansatz für MSS-Darmkrebs durch die Kombination von Trametinib mit weiteren Wirkstoffen. Dazu gehören der bereits zugelassene Proteasom-Inhibitor Bortezomib, der unter anderem beim Multiplen Myelom eingesetzt wird, sowie experimentelle Hemmstoffe.
»Obwohl die Ergebnisse präklinisch bleiben, heben sie vielversprechende therapeutische Möglichkeiten hervor und bilden eine solide Grundlage für weitere Entwicklungen«, bewertet Studienleiterin Professorin Dr. Annette Byrne. Als Nächstes müsse überprüft werden, welche biologischen Marker erkennen lassen, ob ein Tumor auf die Wirkstoffkombinationen anspricht. Außerdem müssen klinische Studien die Wirkung in Menschen überprüfen.
Zudem hoffen die Forschenden, dass KI in der Krebsforschung allgemein dazu eingesetzt werden kann, um Tumore zu klassifizieren und effiziente Behandlungsmethoden zu entwickeln.