| Cornelia Dölger |
| 08.09.2026 15:50 Uhr |
Die Patienten mit einem Navigationstool durch das System zu schleusen, wie es der GKV-SV vorschlägt, sieht Hofmeister ebenfalls kritisch. Möglich wären damit auch Folgerezepte. Es gebe viele Gründe, warum ein Arzt den Patienten regelmäßig sehen müsse, und es gehe dabei um mehr als »einfach weiter Tabletten zu schlucken«. Auch ein Folgerezept sei ein medizinischer Eingriff und müsse bewusst ausgestellt werden.
Sowohl KBV als auch GKV betonen, dass die Patientensteuerung vor allem dazu dienen soll, Menschen gezielter in die richtige Versorgung zu lenken. Die Bedarfseinschätzung müsse so verlässlich sein, dass Patienten den Ergebnissen vertrauen und dennoch jeder weiterhin Zugang zur Hausarztpraxis habe.
Hofmeister verwies darauf, dass unnötige Arztkontakte oft mit mangelnder Gesundheitskompetenz zusammenhingen. Ein verbindliches Primärarztsystem sei umso sinnvoller, weil viele Patienten eine feste hausärztliche Anbindung benötigten.
Stoff-Ahnis schloss ihrerseits, dass für die Primärversorgung ein gemeinsames Konzept von Krankenkassen und Ärzteschaft notwendig sei. Trotz unterschiedlicher Einschätzungen, etwa zum Potenzial der ePA, bestehe das Ziel darin, bei diesem zentralen Reformvorhaben möglichst mit einer gemeinsamen Linie voranzukommen.