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Pilsinger-Vorschlag
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Inkassopflicht über geringeren Kassenabschlag vergüten?

Apotheken übernehmen beim Einzug von Zuzahlungen auf Rx-Arzneimittel unfreiwillig eine Inkassofunktion und werden dafür nicht einmal vergütet. Unions-Apothekenberichterstatter Stephan Pilsinger (CSU) zeigt sich gegenüber der PZ offen für eine Neuordnung.
AutorKontaktCornelia Dölger
Datum 26.10.2026  14:10 Uhr

Mit der abgeschlossenen Apothekenreform gibt es mehr Aufgaben und Kompetenzen für Apotheken, auch ein angepasstes Honorar und die Möglichkeit, dieses künftig selbst mit den Kassen zu verhandeln. Die Herausforderungen bleiben aber auch nach der Reform bestehen. Denn mit dem GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz kommt ab dem nächsten Jahr ein erhöhter Kassenabschlag auf die Apotheken zu, der das gerade angepasste Fixum in Teilen wieder aufzehrt.

Ein Dauerbrenner ist zudem die Inkassopflicht, die Apotheken bei den gesetzlichen Zuzahlungen auf Rx-Arzneimittel haben. Nach Auffassung vieler Apothekerinnen und Apotheker fungieren die Offizinen faktisch als Inkassostellen der Gesetzlichen Krankenversicherung, ohne für diesen zusätzlichen Verwaltungsaufwand gesondert vergütet zu werden. Zudem tragen sie das Risiko, falls die Zuzahlung offen bleibt.

Alternative Verfahren technisch möglich

Der Unions-Apothekenberichterstatter Stephan Pilsinger (CSU) kann die Kritik nachvollziehen, »dass die Apotheken nicht dauerhaft als unentgeltliche Inkassostellen der GKV agieren wollen«. Zumal mit dem E-Rezept die technischen Voraussetzungen geschaffen worden seien, um alternative Verfahren umzusetzen.

Dabei schlägt Pilsinger direkt zwei Lösungsansätze vor. Zum einen könnten die Krankenkassen die Zuzahlungen künftig selbst einziehen, eine technische Umstellung sei inzwischen »gut möglich«. Alternativ bringt Pilsinger eine Vergütungsoption ins Spiel: Ihm zufolge wäre es denkbar, dass die Apotheken »für diesen ›Service‹« von den Kassen ein kleines Honorar bekommen, »das zum Beispiel über einen verminderten Apothekenabschlag verrechnet werden könnte«.

Pilsinger hält beide Varianten für denkbar. Er kündigte an, die Problematik und die Lösungsansätze mit dem Koalitionspartner SPD zu besprechen.

Die Forderung, Apotheken aus der Inkassopflicht zu entlassen und die Zuzahlung etwa wie bei Krankenhauszuzahlungen direkt zwischen Versicherten und Kassen abzuwickeln, ist nicht neu. Sie erhält aber neuen Antrieb durch besagte GKV-Sparpläne. Denn diese sehen ab Januar um 50 Prozent erhöhte Zuzahlungen für Rx-Arzneimittel vor – was in Apotheken verstärkt zu Nachfragen und Diskussionen am HV-Tisch führen dürfte.

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