Pharmazeutische Zeitung online

Erkrankungen der Leber

24.01.2005  00:00 Uhr
Pharmacon Davos 2005

Erkrankungen der Leber

von Christiane Berg, Kerstin A. Gräfe und Hartmut Morck, Davos

Bei Erkrankungen der Leber ist Beratung gefragt. Hier gilt es, Ernährungsempfehlungen zu geben, über potenzielle Arzneimittelwechselwirkungen untereinander oder mit Nahrungsmitteln aufzuklären sowie Alternativen im Rahmen der Phytotherapie oder weiterer Behandlungen aufzuzeigen.

Die zentrale Bedeutung der Leber für den Körper spiegelt sich in den täglichen Beratungsgesprächen in der Apotheke wider. So lockte das Thema der 35. Fortbildungswoche knapp 1100 Teilnehmer nach Davos, die sich unter anderem über Wechselwirkungen von Arzneistoffen untereinander oder mit Naturstoffen, Prophylaxe von Hepatitisinfektionen und spezielle Ernährungsempfehlungen für diese Patienten informieren wollten.

In 15 Vorträgen wurden neben grundlegenden Aspekten der Anatomie die Fortschritte auf dem Arzneimittelsektor und die neuesten Forschungsergebnisse vorgestellt. Die praxisorientierten Vortragsthemen vermittelten umfassend das nötige Wissen für ein fundiertes Beratungsgespräch zu den häufigsten Erkrankungen wie Fettleber, Hepatitis, Zirrhose und Leberkarzinom.

Durch das Programm führten erneut souverän die Moderatoren Professor Dr. Dr. Dr. h. c. Walter Schunack, Berlin, und Professor Dr. Thomas Weinke, Potsdam. Längst unverzichtbar geworden sind die Nachgespräche, die von den Teilnehmern intensiv genutzt werden, um Fragen aus der Praxis an die Experten zu stellen.

Neben den Vorträgen wurden fünf Seminare – „www – was bietet das Internet für vertiefte Arzneimittelrecherchen?“, „Pharmazeutische Betreuung von Krebspatienten“, „CAVE – Automatische Risiko-Checks in der Arzneimittelberatung“, „Blutuntersuchungen in der Apotheke und ihre Bedeutung für die qualifizierte pharmazeutische Betreuung“ und „Aktuelle Aspekte der Qualitätskontrolle im Apothekenlabor“ angeboten, die großen Anklang fanden.

Abgerundet wurde das Davoser Programm auch in diesem Jahr mit dem Bankenabend am Montagabend, dem Konzert am Mittwochabend, der berufspolitischen Diskussion am Donnerstagnachmittag und der Jazz-Veranstaltung am Donnerstagabend.

 

Unsere Berichte:

  • Die größte Drüse des Menschen
    „Wichtig für das Verständnis der Leber und der Pathogenese von Lebererkrankungen ist es, zu wissen, dass sie aus zwei verschiedenen Grundgeweben besteht“...
  • Leber und Darm kooperieren
    „Die Leber spielt zwar bei der Aufnahme, Prozessierung und Elimination von Arzneistoffen eine zentrale Rolle, dennoch finden auch viele Prozesse extrahepatisch statt“...
  • Alkohol moderat genießen
    „Jeder Bundesbürger trinkt pro Jahr etwa 10,5 Liter reinen Alkohol“...
  • Enzephalopathie bei Leberzirrhose
    Die hepatische Enzephalopathie (HE) ist eine der wichtigsten Komplikationen chronischer Lebererkrankungen, von der 50 bis 70 Prozent der Leberzirrhotiker betroffen sind...
  • Komplexe Therapie bei Aszites
    Bei der Leberzirrhose kommt es zur progredienten narbig-bindegewebigen Umwandlung der Leber infolge des Parenchymuntergangs und der zunehmenden Einengung der Pfortaderstrombahn sowie zur portalen Hypertension...
  • Leberschäden durch Arzneimittel
    Die Mechanismen und Symptome einer Leberschädigung durch Medikamente sind vielfältig und bei weitem nicht immer vorhersehbar...
  • Seltene Autoimmunerkrankungen
    Unter den Lebererkrankungen spielen die Autoimmunerkrankungen der Leber und der Gallenwege zwar mit 11 Prozent eine untergeordnete Rolle...
  • Ohne Zirrhose kein Krebs
    „Das hepatozelluläre Karzinom (HCC) ist mittlerweile der fünfthäufigste Tumor weltweit und hinsichtlich der Sterblichkeit steht er bereits an zweiter Stelle“...
  • Alphabet der Virushepatitiden
    Das „Alphabet“ der Virushepatitiden, verursacht durch die Hepatitisviren A, B, C, D und E, erläuterte Professor Dr. Thomas Weinke vom Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam.
  • Gallensteine: OP besser als Lithotripsie
    In Europa kommen Gallensteine bei 10 bis 40 Prozent der Bevölkerung vor, in Deutschland sollen 13 Millionen Menschen Gallensteinträger sein...
  • Tief dosieren und vorsichtig auftitrieren
    Im Gegensatz zu Nierenerkrankungen gibt es bei Schädigungen der Leber keine endogenen Marker, die für eine adäquate Dosisanpassung von Arzneistoffen hilfreich sein könnten...
  • Naturstoffe steuern CYP-Enzyme
    Grapefruitsaft ist der wohl bekannteste Pflanzenextrakt, der Cytochrom-P450-Enzyme sowohl in vitro als auch in vivo stark inhibitiert...
  • Stellenwert der Phytopharmaka
    Die meisten Phytopharmaka, die bei Leberkrankheiten eingesetzt werden, enthalten Mariendistelextrakte...
  • Indikation zur Lebertransplantation
    In Europa wurden in den letzten 35 Jahren 60.000 Lebern transplantiert. Heute sind es pro Jahr rund 4000...

  Top

© 2005 GOVI-Verlag
E-Mail: redaktion@govi.de

Mehr von Avoxa