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Antigen-Schnelltests
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In der Praxis deutlich unzuverlässiger als auf dem Papier

Corona-Schnelltests werden in vielen Altenheimen und Krankenhäusern eingesetzt. Doch Experten mahnen zu Vorsicht: Denn viele der genutzten Antigentests halten in der Praxis nicht, was die Hersteller versprechen.
AutorKontaktdpa
AutorKontaktPZ
Datum 13.01.2021  17:00 Uhr
»Ein negativer Antigentest ist kein Freifahrtschein«

»Ein negativer Antigentest ist kein Freifahrtschein«

Antigen-Schnelltests könnten zumeist «hochinfektiöse Menschen mit hohen Viruslasten» erkennen, erläutert Keppler. «Es ist jedoch nicht so, dass eine Infektion durch das negative Ergebnis eines Schnelltests zuverlässig ausgeschlossen werden könnte. Bei weitem nicht.» Daher warnt der Mediziner: «Ein negativer Antigen-Schnelltest ist kein Freifahrtschein. Viele Menschen denken bei einem negativen Ergebnis: «Naja, dann muss ich ja nicht mehr so konsequent auf Abstand achten oder die lästige Maske tragen.» Wenn die Vorsicht in Hochrisikobereichen wie Alten- und Pflegeheimen nachlässt, halten wir das, wie in unserem Positionspapier dargestellt, für wirklich kritisch.»

Die Hersteller dürften mit ihren eigenen Angaben zur Testqualität werben, beklagt Kepler. «Das gleicht einer Fehlinformation. Wir haben in den letzten Wochen Ausbruchsszenarien gesehen, bei denen wahrscheinlich falsche Ergebnisse von Antigen-Schnelltests eine entscheidende Rolle für den Eintrag des Virus gespielt haben.»

Antigentests sollte nur geschultes Personal durchführen

Der Experte bemängelt nicht nur, dass die Antigen-Schnelltests selbst nicht sehr zuverlässig seien. Er betont, diese Tests müssten auch unbedingt korrekt durchgeführt werden. «Das sollte in Händen geschulten Fachpersonals sein», sagt er. «Nun gibt es die Idee, große Zahlen von Arbeitssuchenden zu rekrutieren, um solche Tests in Alten- und Pflegeheimen durchzuführen. Wenn ungeschultes Personal zum Einsatz kommt, habe ich Sorge, dass die Zuverlässigkeit der Testergebnisse noch weiter leiden wird.»

Die Ergebnisse von Schnelltests könnten nur dann hilfreich sein, wenn sowohl die Abnahme des Abstrichs gut sei, als auch der Test richtig durchgeführt werde. Und auch nach dem negativen Resultat eines Schnelltests müsse man die Hygieneregeln einhalten, betont Keppler: «Das ist extrem wichtig, insbesondere zum Schutz von Menschen mit dem Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs.»

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