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Blut im Stuhl
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Immer nach der Ursache fahnden

Sichtbares Blut auf dem Stuhl oder dem Toilettenpapier ist meistens alarmierend. Die Ursachen sind aber oft harmlos. Anders ist die Situation bei schwarzem Stuhl. Gastrointestinale Probleme, Nahrungs- oder Arzneimittel können hierfür verantwortlich sein. Das Apothekenpersonal sollte zum Arztbesuch raten.
AutorKontaktBarbara Staufenbiel
Datum 13.03.2025  09:00 Uhr

Entzündungen des Enddarms

Als Proktitis wird die schmerzhafte Entzündung der Rektalschleimhaut des Mastdarms bezeichnet; oft ist die Anusregion mitbeteiligt. Die Ursachen hierfür sind vielfältig: bakterielle (auch sexuell übertragbare Erreger wie Chlamydien) oder virale Infektionen (Herpes), Fisteln, ungeschützter Analverkehr, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa oder ein allergisches Exanthem. Typisch sind Symptome wie schleimige Hämatochezie, Pruritus und schmerzhafte Krämpfe.

Bakterielle Infektionen werden mit Antibiotika (Ceftriaxon 250 mg intramuskulär einmalig plus Doxycyclin 100 mg oral zweimal täglich für sieben Tage) therapiert. Antientzündlich wirkt ein Corticoid-Rektalschaum, zum Beispiel mit Budesonid oder Prednisolon.

Eine Sonderform ist die Strahlenproktitis. Dies ist eine Langzeitkomplikation mit blutenden Ulzerationen und Fisteln nach Radiotherapie von Tumoren des kleinen Beckens. In leichten Fällen ist keine Therapie nötig. Off label kann ein Behandlungsversuch mit topischem Mesalazin, Sucralfat oder mit einer Argonplasmakoagulation erfolgen.

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