| Johanna Hauser |
| 03.11.2026 09:00 Uhr |
Bei der ultraschallgestützten Hydrodissektion wird Flüssigkeit unter Ultraschallkontrolle um den Medianusnerv herum injiziert. / © Getty Images/danfascia
Beim Karpaltunnelsyndrom ist der Medianusnerv, der von der Achselhöhle über den Unterarm durch das Handgelenk bis zur Handfläche verläuft, im Bereich des Handgelenks eingeengt oder komprimiert. Kribbeln, Taubheitsgefühle oder Schmerzen in der Hand sind die Folge. Schätzungsweise rund 5 bis 10 Prozent der Allgemeinbevölkerung sind von einem Karpaltunnelsyndrom betroffen.
Zur Therapie wird neben der Injektion von Steroid zunehmend die sogenannte ultraschallgestützte Hydrodissektion eingesetzt. Dabei wird per Ultraschall der Nerv im Karpaltunnel lokalisiert und dort Flüssigkeit um den Medianusnerv herum injiziert, was Verklebungen lösen soll. Eine im Fachjournal »Radiology« veröffentlichte Publikation zeigt nun, dass diese einfache Intervention mit physiologischer Kochsalzlösung wirksam ist.
Häufig werden der bei der Hydrodissektion verwendeten Flüssigkeit Glucose oder Steroide beigefügt. Daher war unklar, ob die beobachteten Vorteile auf mechanische oder pharmakologische Effekte zurückzuführen sind. Bislang fehlten vergleichende Studien von Hydrodissektionen mit und ohne Corticosteroiden.
Diese Lücke wollte eine Arbeitsgruppe um Dr. Anindita Bose vom Mahatma Gandhi Medical College and Hospital in Jaipur, Indien, schließen. Dazu verglich sie eine Hydrodissektion mit Kochsalzlösung beziehungsweise mit Kochsalzlösung und zugesetztem Steroid und eine reine Steroidinjektion miteinander.
In die Studie wurden 39 Teilnehmende mit bestätigtem Karpaltunnelsyndrom (an insgesamt 63 Handgelenken) eingeschlossen, die in drei Gruppen eingeteilt wurden. Bei zwei Gruppen wurde das jeweilige Injektionsmittel einmalig ultraschallgestützt um den Medianusnerv herum appliziert, bis sich die Verklebung vollständig gelöst hatte. Die dritte Gruppe erhielt einmalig eine perineurale ultraschallgestützte Injektion von 1 ml (40 mg) Triamcinolon. Die Nachuntersuchungen erfolgten nach vier, zwölf und 24 Wochen.
Endpunkte waren Veränderungen gegenüber dem Ausgangswert. Die Symptomschwere und die funktionellen Einschränkungen wurden mit dem Boston Carpal Tunnel Questionnaire (BCTQ) erfasst, die Schmerzintensität auf einer visuellen Analogskala (VAS); zudem wurde die Querschnittsfläche des Medianusnervs erfasst.