| Johanna Hauser |
| 14.04.2026 12:00 Uhr |
Eine übermäßige Belastung der Handgelenke – auch am Arbeitsplatz – kann zu einem Karpaltunnelsyndrom führen. Beschwerden sollten immer ernstgenommen werden. / © Getty Images/Viktor Cvetkovic
Das Karpaltunnelsyndrom (CTS) beschreibt eine Nervenkompression im Handgelenk, die mit Schmerzen, Kraftverlust und Taubheitsgefühlen in der Hand einhergeht. Als Auslöser kommen verschiedene Faktoren infrage, wie beispielsweise eine Überlastung, eine Sehnenscheidenentzündung aber auch hormonelle Veränderungen.
Als Standardtherapie erhalten Betroffene oft eine Handgelenksschiene, obwohl es für deren Einsatz bislang keine eindeutige Evidenz gibt. Dies veranlasste eine Gruppe um Dr. Isam Atroshi von der Universität Lund in Schweden, zu untersuchen, ob eine Schiene die Symptome besser lindert als Placebo und eine Operation vermeidbar macht.
An der kleinen randomisierten, placebokontrollierten Studie nahmen 142 Patienten teil, die seit mindestens vier Wochen an einem Karpaltunnelsyndrom litten, ohne eine Behandlung erhalten zu haben. 70 Teilnehmer erhielten eine Handgelenksschiene, 72 Teilnehmer eine weiche Bandage (Placebo). Primärer Endpunkt war eine Symptomverbesserung nach zwölf Wochen: Die Behandlung erfolgte zunächst über sechs Wochen, bei fortbestehenden Beschwerden wurde sie für weitere vier Wochen verlängert. Hatten die Teilnehmer am Ende der Nachbeobachtungszeit (nach insgesamt zwölf Wochen) nach wie vor Symptome, konnte eine Operation in Betracht gezogen werden.
Ein weiterer Endpunkt war der Rückgang der Beschwerden anhand des Six-Item CTS Symptom Severity Score (CTS-Score) mit einer Skala von eins bis fünf. Hierbei handelt es sich um einen Kurzfragebogen, mit dem sich Schwere und Verlauf der Symptome beim Karpaltunnelsyndrom standardisiert erfassen lassen. Der Score besteht aus 6 Fragen zu typischen CTS Beschwerden, jede Frage wird auf einer Skala von 1 (keine Beschwerden) bis 5 (sehr starke Beschwerden) beantwortet. Der Gesamtscore bildet der Mittelwert der sechs Einzelwerte. Eine Veränderung von mindestens 0,9 Punkten gilt als klinisch relevant spürbare Verbesserung für die Betroffenen.