| Laura Rudolph |
| 16.04.2026 11:00 Uhr |
Der Arzneistoffkandidat Tavapadon wird einmal täglich oral verabreicht. / © Getty Images/Mladen Zivkovic
Der Dopaminvorläufer Levodopa zählt zur Standardmedikation bei Parkinson. Nach mehreren Einnahmejahren erleben jedoch die meisten Patienten Wirkfluktuationen, da im Krankheitsverlauf immer mehr dopaminproduzierende Nervenzellen zugrunde gehen und das Gehirn seine Fähigkeit verliert, Dopamin zu »speichern«. Wenn die Levodopa-Spiegel abflachen, können so mehrmals am Tag motorische Symptome zurückkehren.
Als Zusatz zu einer Levodopa-Therapie bei Parkinsonpatienten in fortgeschrittenen Stadien wurde nun der D1/D5-Agonist Tavapadon getestet; in einer zweiten Phase-III-Studie als Monotherapie im frühen Stadium. Die Ergebnisse sind vielversprechend. Beide Publikationen sind kürzlich im Fachjournal »JAMA Neurology« erschienen. Der Arzneistoffkandidat verbesserte nach 26 Wochen einmal täglicher oraler Einnahme motorische Symptome in frühen und Fluktuationen in späteren Stadien signifikant gegenüber Placebo.
In der Studie TEMPO-1 kam der Arzneistoffkandidat als Monotherapie bei 529 Parkinsonpatienten im Frühstadium zum Einsatz, bei denen die Erkrankung seit weniger als drei Jahren (im Schnitt 0,7 Jahre) bestand und die vor Studienbeginn noch keine oder maximal für drei Monate eine dopaminerge Therapie erhalten hatten. Das Durchschnittsalter betrug 63,7 Jahre und der Frauenanteil rund ein Drittel.
Die Teilnehmenden wurden randomisiert und einem von drei Studienarmen zugeteilt. Je 177 Personen erhielten 26 Wochen lang einmal täglich eine Tablette mit 5 beziehungsweise 15 mg Tavapadon, 175 ein Placebo. Als primären Endpunkt legte das Team um Professor Dr. Rajesh Pahwa von der University of Kansas die geschätzte mittlere Veränderung vom Ausgangswert auf der Skala »MDS‑UPDRS« nach Ende der Intervention fest. Dieser Score bewertet motorische Symptome bei Parkinsonpatienten im Alltag.
Nach 26 Wochen verbesserte sich der Score in der 5-mg-Gruppe um durchschnittlich 9,7 Punkte, in der 15-mg-Gruppe um 10,2 Punkte. Im Gegensatz dazu verschlechterte sich der Wert unter Placebo um durchschnittlich 1,8 Punkte. Somit ergibt sich im Vergleich mit Placebo eine Differenz von 11,5 beziehungsweise 12,1 Skalenpunkten zugunsten der Tavapadon-Gruppen.
Nebenwirkungen fielen mild bis moderat aus. Am häufigsten berichteten die Teilnehmenden unter dem D1/D5-Agonisten über Übelkeit (25,4 Prozent), Kopfschmerzen (16,7 Prozent) und Schwindel (12,7 Prozent).