| Cornelia Dölger |
| 18.06.2026 16:05 Uhr |
Was den Apothekenabschlag angeht, sieht sich Niedersachsens Gesundheitsminister Andreas Philippi (SPD), der aktuell auch Vorsitzender der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) ist, in einem Zwiespalt. Philippi betonte gegenüber der PZ, dass das erhöhte Fixum in Kombination mit dem ebenfalls politisch abgeschlossenen Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) zur Apothekenstärkung beitrage. »Eine gleichzeitige Erhöhung des Apothekenabschlags wirkt diesem Ziel jedoch entgegen und wird die erhoffte positive Wirkung durch die Fixumserhöhung vermindern.«
Und dennoch: Das Spargesetz ziele auf eine gleichmäßige Belastung von Leistungserbringenden und Versicherten, so Philippi. »Wenn einseitig Belastungen zurückgenommen werden, würde das den austarierten Konsens unterlaufen.« Vor diesem Hintergrund erscheine eine Beteiligung der Apotheken »sachgerecht«, sie lasse sich aber gleichzeitig »im Hinblick auf die wirtschaftliche Situation vieler Apotheken nicht uneingeschränkt befürworten«.
Der Bundesrat hatte in seiner Stellungnahme zum GKV-Spargesetz betont, eine zusätzliche Belastung durch einen höheren Abschlag würde die wohnortnahe Arzneimittelversorgung weiter unter Druck setzen und der angekündigten strukturellen Stärkung der Apotheken zuwiderlaufen. Allerdings stellte er die Frage der Abschlagserhöhung in einen Zusammenhang mit einer Erhöhung des Apothekenfixums, die seit Kurzem amtlich ist.