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Antibiotikaversagen
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Heteroresistenz als mögliche Ursache

Therapieversagen trotz hochwirksamer Antibiotika? Dahinter könnte eine sogenannte Heteroresistenz stecken, die ein Zwischenstadium zur Resistenzbildung sein kann. Zur Bekämpfung der Infektion hilft dann nur ein Antibiotika-Cocktail. Dieses Phänomen könnte zu dem unerwarteten Fehlschlagen des hochmodernen Wirkstoffs Cefiderocol geführt haben.
AutorKontaktUlrike Holzgrabe
Datum 31.10.2021  08:00 Uhr

Warum gibt es überhaupt Heteroresistenzen?

Die Forscher Band und Weiss (16) haben einen Pool von Carbapenem-resistenten Enterobacter-Isolaten aus den Jahren 2012 bis 2015 in Georgia mittels PAP-Assay untersucht. Die Bakterien waren mit ganz neuen, mittelalten und sehr alten β-Lactamantibiotika behandelt worden. Erwartungsgemäß waren die mit alten Antibiotika konfrontierten Bakterien zum Beispiel gegen Ampicillin resistent und gegenüber modernen Antibiotika (Ceftazidim/Avibactam) empfindlich. Die mittelalten β-Lactame wie Meropenem, Doripenem oder Cefepim hatte dagegen häufig eine Heteroresistenz induziert.

Diese Ergebnisse lassen darauf schließen, dass Bakterien entweder nach längerfristigem Antibiotikagebrauch in toto direkt resistent oder erst einmal nur Subpopulationen resistent werden. Dann wäre die Heteroresistenz nur eine Art Zwischenschritt auf dem Weg zur Resistenz (Abbildung 2). Diese Hypothese, die aufgrund von β-Lactam-Daten aufgestellt wurde, muss allerdings erst noch für andere Antibiotika bewiesen werden.

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