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Covid-19-Impfkampagne

Hälfte der Bevölkerung ist einmal geimpft

Experten aus Virologie und Epidemiologie erwarten, dass sich die Last durch die Krankheit mit fortschreitenden Impfungen immer weiter reduziert: mit weniger Krankenhausbehandlungen, weniger Fällen auf Intensivstationen und weniger Todesfällen. Der Virologe Professor Dr. Christian Drosten stellte im NDR-Info-Podcast «Coronavirus-Update» vergangene Woche in Aussicht, dass man irgendwann über den Sommer «zu einer anderen Betrachtung der ganzen Bedrohungslage» kommen müsse.

«Die Länder, die eine Durchimpfung von 50 oder 60 Prozent haben, dürften dieses Jahr keine größeren landesweiten Ausbrüche oder Wellen mehr erleben, wie wir sie gerade in Indien sehen», sagte der US-Epidemiologe Michael Osterholm kürzlich «Zeit Online» mit Blick auf die USA, Großbritannien und Israel.

Auch für Deutschland erwartet das RKI bei vorsichtigen Öffnungsschritten und zunehmender Durchimpfung in nächster Zeit kein unkontrolliertes Infektionsgeschehen mehr. Osterholm verwies allerdings auf Bevölkerungsgruppen, in denen wegen geringer Impfquoten weiter Ausbrüche drohen: «Ganz entscheidend wird in Zukunft sein, ob alle Menschen den Impfstoffen vertrauen oder ob sich das Vertrauen zwischen bestimmten Nachbarschaften, sozialen Schichten und ethnischen Gruppen stark unterscheidet.»

Paradoxon: Erfolg der Impfkampagne könnte ihren Erfolg gefährden

Watzl befürchtet für Deutschland, dass Impfmüdigkeit einsetzen könnte, wenn erst einmal 50 Prozent und mehr geimpft sind: «Wenn es uns gelingt, die Inzidenzen über den Sommer niedrig zu halten, werden sich 30-Jährige, die im Frühjahr nicht an einen Impftermin gekommen sind, vielleicht fragen, warum sie sich jetzt noch impfen lassen sollten. Sie könnten sich fragen, wo denn ihr Risiko ist.»

Auch in anderen Ländern, die bereits höhere Quoten aufweisen, zeigte sich, dass die Kampagnen ab einem gewissen Punkt ins Stocken gerieten – teils wird dort nun mit allen erdenklichen Anreizen für den Piks geworben. Dabei ist der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie sicher, dass es eine vierte Welle geben wird, spätestens im Herbst. «Wie groß sie ausfallen wird, hängt vom Impferfolg und der Höhe der Inzidenzen am Ende des Sommers ab.» Vermieden werde müsse ein Szenario, bei dem ein Teil der Bevölkerung erst im Herbst bei direkter Konfrontation mit der Virusgefahr wieder ans Impfen denkt: «Dann bekommen wir ein logistisches Problem.»

Erstimpfungen gelten als Schutz insbesondere vor schwerer Erkrankung. Dieser wird durch die Zweitimpfung noch verbessert und verlängert. «Ein bisschen entspannen können sich einfach Geimpfte, aber leichtsinnig werden sollten sie nicht», sagte Watzl. Insbesondere Virusvarianten, die seit Monaten für das Gros der Fälle in Deutschland sorgen, werden als Gefahr gesehen. «Die Zweitimpfung ist dringend notwendig, um auch die Mutanten gut abwehren zu können.» Lediglich das Präparat von Janssen (Johnson & Johnson) ist als Einmalimpfung zugelassen.

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