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RKI-Analyse

Corona-Impfung hat bereits 38.000 Todesfälle verhindert

Impfungen gegen das Coronavirus haben nach einer Analyse des Robert-Koch-Instituts (RKI) auch in Deutschland eine hohe Wirksamkeit und können Zehntausende Leben retten.
dpa
09.08.2021  11:00 Uhr

Laut einer Modellrechnung sind durch die Impfkampagne im Verlauf der dritten Corona-Welle geschätzt 38.300 Todesfälle verhindert worden. Die Zahl der verhinderten Meldefälle wird auf über 706.000 beziffert – die der stationären Patienten auf mehr als 76.600, die der Patienten auf Intensivstation auf knapp 20.000.

«Diese hohe Effektivität der Covid-19-Impfkampagne verdeutlicht eindrucksvoll, dass Impfungen den Weg aus der Pandemie ebnen», schreibt das RKI in der am Freitag veröffentlichten Analyse im »Epidemiologischen Bulletin«. Derzeit stehe Deutschland am Anfang einer vierten Welle. Um deren Ausmaß so gering wie möglich zu halten, sei es nötig, den Anteil der geimpften Bevölkerung schnellstmöglich zu erhöhen. Mehr als 45 Millionen Menschen in Deutschland sind mittlerweile vollständig gegen das Coronavirus geimpft – 54,5 Prozent, wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Samstag auf Twitter schrieb. Insgesamt 51,8 Millionen Menschen oder 62,3 Prozent haben mindestens eine erste Impfung bekommen. Bis auf den Impfstoff von Janssen (Johnson & Johnson) sind zwei Dosen für den vollen Schutz gegen Covid-19 nötig.

Allerdings stagniert das Impftempo. Seit dem Samstag der Vorwoche wuchs die gemeldete Zahl der Erstgeimpften nur um rund 600.000 weitere Menschen. «Impfen ist eine persönliche Entscheidung – aber auch eine, die uns alle als Gemeinschaft betrifft», twitterte Spahn. Jeder und jede Einzelne entscheide darüber, wie gut alle durch Herbst und Winter kämen.

Seit mehr als einem Monat steigt die Zahl der täglichen Neuinfektionen an. Die Sieben-Tages-Inzidenz je 100.000 Einwohner hat sich mehr als vervierfacht. Nach RKI-Angaben vom Samstagmorgen lag die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland bei 21,2 – am Vortag hatte der Wert 20,4 betragen, beim jüngsten Tiefstand vor gut einem Monat 4,9. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 3206 Neuinfektionen. Vor einer Woche waren es 2400.

Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

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