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Covid-19
Gute Nachrichten für MS-Patienten

Nutzen-Risiko-Abwägung bei immundepletierenden Medikamenten

Schwierig sei die Einschätzung für immundepletierende Medikamente, die gewissermaßen einen Reset des Immunsystems bewirken. Hierzu zählen Rituximab, Ocrelizumab, Cladribin, Alemtuzumab und Mitoxantron. »Die Immunkompetenz beziehungsweise die Immunabwehr gegen bestimmte Erreger kann hier während oder nach der Gabe beeinträchtigt sein, wobei es Unterschiede zwischen den Präparaten gibt«, informieren die Fachgesellschaften.

»Wenn es um die Entscheidung Therapiebeginn beziehungweise Therapieumstellung auf eines dieser Präparate geht, sollte zusammen mit dem behandelnden Neurologen eine individuelle Nutzen-Risiko-Bewertung erfolgen«, erklärt der Neurologe Wiendl. »Bei gut eingestellten Patienten rechtfertigt die gegenwärtige Datenlage und kontrollierte Situation in der ärztlichen Versorgung kein Absetzen oder eine kategorische Therapieumstellung. Auch ist das mögliche Covid-19-Risiko immer gegen die Gefahr neuer MS-Schübe oder einer Krankheitsprogression abzuwägen.«

Fallberichte, erste Auswertungen aus Registern oder Pharmakovigilanzerhebungen zeigten für Coronavirus-infizierte MS-Patienten unter Ocrelizumab keine Hinweise für schwerere Verläufe, gegebenenfalls sogar Hinweise für mildere Verläufe.

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