| Daniel Finke |
| 19.02.2026 09:00 Uhr |
Bestimmte Grunderkrankungen, darunter das diabetische Fußsyndrom (DFS), erhöhen das Risiko für Wunden und Infektionen. Die Hauptursachen für das Syndrom sind die diabetische Neuropathie und Angiopathie, die in der Folge zu Nerven- und Gefäßschäden mit reduzierter Schmerz- und Druckwahrnehmung sowie zu eingeschränkter Durchblutung führen (mehr dazu lesen Sie auch im Titelbeitrag der PZ-Ausgabe 25/2025). Das wiederum begünstigt schwer heilende Wunden. Außerdem können Muskelatrophien, Fußdeformitäten und rissige Haut im Zuge des DFS das Infektionsrisiko erhöhen.
Selbst oberflächliche Läsionen können schnell zu tiefen Ulzerationen und Infektionen führen, bis hin zu Gewebsnekrosen oder im Extremfall Amputationen. Rund 60 Prozent dieser Amputationen ließen sich durch multidisziplinäre Therapieansätze vermeiden.
Die frühe Erkennung und adäquate Kontrolle von Infektionen sind daher essenziell. Bei der Diagnostik wird anhand von lokalen und systemischen Entzündungszeichen zwischen Kontamination, Kolonisation und manifester Infektion der Wunde unterschieden, ebenso zwischen lokaler und systemischer Ausbreitung.
Für Patienten mit erhöhtem Risiko für das diabetische Fußsyndrom empfiehlt sich eine regelmäßige, professionelle Fußpflege. / © Imago/Joker
Bei einer ausgeprägten Infektion oder erhöhtem Risiko einer Ausbreitung ist eine systemische Antibiose, idealerweise nach einem Antibiogramm, indiziert. Bei einem örtlich begrenzten Befund können lokale Antiseptika sinnvoll sein, zum Beispiel Polihexanid oder Octenidin.
Zu einer modernen Wund- und Infektionskontrolle zählen außerdem die bereits genannte Wundreinigung beziehungsweise das Débridement sowie eine stadiengerechte Wundtherapie mit idealfeuchter Versorgung. Bei nässenden Läsionen sind Alginat- oder Hydrofaser-Verbände etabliert, zur Exsudatkontrolle und Feuchtigkeitsregulation außerdem Polyurethan-Schaumverbände.
Essenziell ist außerdem, die betroffenen Areale zu entlasten, zum Beispiel durch spezielle Entlastungsschuhe, Orthesen oder Total-Contact-Casts. Letzteres ist ein angepasster Unterschenkelgips.
Um Geschwüre und Verletzungen im Vorhinein zu vermeiden, sind regelmäßige Fußkontrollen in individuell geeigneten Intervallen essenziell – von jährlich bei geringer Gefährdung bis hin zu monatlich bei vorbestehenden Ulzera oder Amputationen. Weitere Schlüsselfaktoren sind medizinische Fußpflege, geeignete Schuhe und Einlagen.