| Daniel Finke |
| 19.02.2026 09:00 Uhr |
Eine Wunddesinfektion reduziert gezielt Mikroorganismen im Wundbereich und senkt so das Infektionsrisiko oder kontrolliert bestehende Infektionen. Antiseptika wirken unspezifisch gegen Bakterien, Viren und Pilze. Im Gegensatz zu Antibiotika unterliegen sie keiner selektiven Resistenzbildung, haben ein breites Spektrum und wirken meist schnell (Kasten).
Die Wunddesinfektion darf nicht mit der Wundreinigung beziehungsweise dem Débridement verwechselt werden. Débridement bezeichnet die medizinische Entfernung von abgestorbenem, infiziertem oder fremdem Gewebe (Nekrosen, Beläge, Schorf) aus einer Wunde, um die Heilung zu fördern, Infektionen zu verhindern und das Wundbett für eine bessere Beurteilung und Behandlung vorzubereiten. Wundreinigung oder Débridement sollten bei jedem Verbandwechsel durchgeführt werden.
Eine Desinfektion erfolgt nur nach Bedarf, da antiseptische Substanzen bei unsachgemäßer Anwendung auch körpereigene Zellen schädigen und die Heilung verzögern können. Sie ist dann sinnvoll, wenn ein hohes Infektionsrisiko besteht (zum Beispiel nach einem Tier- oder Menschenbiss), typische Infektionszeichen auftreten oder eine bakterielle Besiedlung die Heilung beeinträchtigt.
Bei chronischen Wunden ist eine bakterielle Besiedlung fast immer vorhanden. Entscheidend ist die Menge der Keime. Zur Bestimmung von Erregerzahl und -art wird häufig ein bakteriologischer Abstrich durchgeführt (Kasten).

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Die Wahl des geeigneten Antiseptikums richtet sich nach Wirkspektrum, Gewebeverträglichkeit und klinischer Situation.