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Chronische Wunden
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Gezielt versorgen, Infektionen vermeiden

Ältere und vorerkrankte Menschen sind besonders anfällig für chronische oder infizierte Wunden, beispielsweise Druckgeschwüre oder Läsionen infolge des diabetischen Fußsyndroms. Diese erfordern eine fundierte, leitlinienbasierte Beratung. Der Beitrag zeigt, wie das Apothekenteam Wundarten und Infektionsrisiken sicher einordnen und die geriatrische Versorgung unterstützen kann.
AutorDaniel Finke
Datum 19.02.2026  09:00 Uhr

Wundrose – schnelles Handeln erforderlich

Eine häufige Infektion, die vorwiegend ab der zweiten Lebenshälfte auftritt, ist die Wundrose. Dabei handelt es sich um eine mit Antibiotika gut behandelbare Infektion, die jedoch bei ausbleibender oder verzögerter Therapie das Risiko für schwerwiegende bis lebensbedrohliche Komplikationen birgt. Außerdem gibt es eine hohe Rezidivneigung. Die Inzidenz der Erkrankung liegt bei 1 zu 1000 Einwohnern pro Jahr mit einem Altersgipfel um das 50. Lebensjahr.

Die Wundrose, auch Erysipel genannt, ist eine akute, nicht eitrige, meist einseitig auftretende Infektion der Dermis und der dermalen Lymphgefäße – meist ausgelöst durch β-hämolysierende Streptokokken der Gruppe A wie Streptococcus pyogenes. Aber auch Staphylokokken wie MRSA können beteiligt sein; seltener E. coli oder Pseudomonas aeruginosa, die häufig nur bei bestimmten nekrotisierenden Formen oder bei Wundrose mit Blasenbildung (bullöses Erysipel) vorkommen.

Eintrittspforten für die Erreger sind meist kleine Hautläsionen, die beispielsweise durch Wunden, Schrunden, Fußpilzläsionen, Ulzera, Insektenstiche, Venenzugänge oder Einstichstellen von Injektionen entstanden sind.

Die Infektion kann sich rasant über die Lymphbahnen und ins Interstitium ausbreiten. Problematisch wird es, wenn sie Subkutis, Faszien und Muskeln erreicht. Experten sprechen dann von einer Hautphlegmone. Das Bakterium Streptococcus pyogenes kann sich besonders gut ausbreiten, da es Enzyme wie Hyaluronidasen, Kollagenasen und DNasen sowie hämolysierendes Streptolysin O produziert.

Zu den Risikofaktoren für ein Erysipel zählen Diabetes mellitus, Immunsuppression, chronische Wunden oder Störungen der Hautbarriere, außerdem Adipositas, eine chronisch venöse Insuffizienz und chronisches Lymphödem.

Die Wundrose zeigt sich als scharf begrenzte, flammenartig ausbreitende, plaqueartige Rötung der Haut, die zunehmend anschwillt. Die betroffenen Hautareale sind überwärmt, schmerzhaft und hochgradig berührungsempfindlich. Regionale Lymphknoten schwellen reaktiv an. Hinzu kommen allgemeine Infektanzeichen wie Abgeschlagenheit, Fieber und Schüttelfrost, die bei geriatrischen oder immunsupprimierten Patienten jedoch abgeschwächt sein können.

In rund drei Viertel aller Fälle ist der Unterschenkel betroffen, seltener der Arm oder das Gesicht (bei etwa 15 Prozent der Wundrosen) – dort vor allem die Ohrmuscheln.

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