| Daniel Finke |
| 19.02.2026 09:00 Uhr |
Eine Wundrose muss antibiotisch behandelt werden, um Komplikationen zu vermeiden. / © Getty Images/Riska
Die aktuelle Leitlinie empfiehlt als Mittel der ersten Wahl Penicilline, da sie hervorragend gegen Streptokokken wirken und sich bislang keine Resistenzen gezeigt haben. Für Erwachsene kann so die Erstwahl zum Beispiel auf Penicillin V oral fallen, etwa in der Dosis dreimal täglich eine Tablette à 1,2 Millionen Einheiten, für 7 bis 14 Tage. Alternativ kommt Flucloxacillin in Dosierungen von 500 Milligramm bis 1 Gramm viermal täglich für fünf bis sieben Tage in Betracht. Eine längere Therapiedauer von bis zu 14 Tagen kann je nach Verlauf angezeigt sein. Bei einer Penicillinallergie kann auf Clarithromycin oder Erythromycin ausgewichen werden.
Zu den nicht medikamentösen Maßnahmen zählen das Hochlagern und Schonen der betroffenen Extremität, kühle Umschläge sowie die Wiederherstellung der Hautbarriere.
Nehmen Rötung, Schmerzen und Fieber zu, sind dies Warnzeichen. Ebenfalls empfiehlt die Leitlinie eine Arztrücksprache, wenn binnen zwei bis drei Tagen nach Therapiebeginn keine Besserung eintritt.
Moderate Bewegung kann die Wundheilung fördern, da sie die Durchblutung anregt, den Zellstoffwechsel verbessert und die Sauerstoffversorgung im Gewebe erhöht. / © Adobe Stock/Martin Naujocks
Der erfolgreiche Umgang mit Erysipelen erfordert ein gut funktionierendes Zusammenspiel zwischen Arztpraxis, Apotheke und Pflege. Hierbei nimmt das Apothekenteam eine wichtige Rolle ein. Es berät etwa zur korrekten Einnahme des Antibiotikums (Dosierung, Dauer, Nebenwirkungen, Interaktionen) oder informiert zu Haut- und Fußpflege. Dies ist insbesondere für Patienten mit Diabetes relevant, die etwa auf Anzeichen einer Pilzinfektion zwischen den Zehen achten und Feuchtigkeitsstau vermeiden sollten.
Außerdem kann das Apothekenteam die Medikationsadhärenz kontrollieren und darauf hinweisen, wann ein erneuter Arztbesuch indiziert ist (fehlende Verbesserung nach 48 bis 72 Stunden). Es berät darüber hinaus zur Begleitmedikation, die beispielsweise Kompressionsmittel und Hautschutzprodukte umfassen kann.