| Daniela Hüttemann |
| 20.08.2026 18:00 Uhr |
Das GKV-Spargesetz betrifft alle Heilberufekammern, sogar die Tierärzte. Hier deren Präsidentinnen und Präsidenten mit der Gesundheitssenatorin, von links nach rechts: Holger Gnekow (Apotheker), Dr. Susanne Elsner (Tierärzte), Gesundheitssenatorin Melanie Schlotzhauer, Heike Peper (Psychotherapeuten), Konstantin von Laffert (Zahnärzte) und Dr. Pedram Emami (Ärzte). / © PZ/Daniela Hüttemann
Kein Schietwetter, aber unklare Aussichten trübten das gemeinsame Sommerfest der Hamburger Heilberufekammern. Rund 100 Gäste aus Politik, Gesundheitswesen und Medien waren am Mittwochabend im Hamburger Hafenclub zusammengekommen – passend zum Schul- und Parlamentsbeginn.
Moderator Dirk Schnack fragte die Präsidentinnen und Präsidenten der fünf Kammern, welches aktuelle Gesetzesvorhaben sie derzeit am meisten beschäftige. Die häufigste Antwort war das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG). »Durch die Anhebung des Kassenrabattes bei verschreibungspflichtigen Medikamenten sowie die Inkassodienste bei der Erhöhung der Zuzahlungen leisten wir wiederum einen großen Beitrag zur Entlastung der Gesetzlichen Krankenkassen«, kritisierte Apothekerkammerpräsident Holger Gnekow.
Zudem kritisierte er, dass die Politik bislang nichts gegen die unfairen Wettbewerbschancen des Versandhandels unternommen hat. Er nannte hier die laschen Regelungen bezüglich Kühlung bei der Auslieferung von Medikamenten und dass ausländische Internetapotheken massiv damit werben, den Patienten die gesetzlich vorgesehene Zuzahlung zu erlassen, die zum 1. Januar erhöht wird.
Es gab aber auch Positives zu berichten: »Durch die umfangreichen Gesetzesänderungen in diesem Sommer werden den Apotheken vielfältige neue Aufgaben übertragen. Mit der Einbindung in das Primärversorgungssystem werden die Vor-Ort-Apotheken die Notfallversorgung sehr niederschwellig unterstützen und damit entlasten können.«
Die Apotheken wollen »allererste Anlaufstelle« sein. Ein Baustein sei hier die assistierte Telemedizin. »Wir würden es gern eng mit der regionalen Ärzteschaft machen, um den ein oder anderen Fall abzufangen beziehungsweise den Gang in die Notaufnahme zu verhindern.« Darauf reagierte die Ärzteschaft zurückhaltend, wenn auch nicht direkt ablehnend. Gnekow betonte: »Wir sind nur der Anlaufpunkt und vermitteln den Kontakt. Die therapeutische Leistung muss von Ärzten erbracht werden.«
Auf offene Ohren dürfte er damit bei Gesundheits- und Sozialsenatorin Melanie Schlotzhauer (SPD) gestoßen sein. Sie nannte eine gute Patientensteuerung als eine der großen Zukunftsaufgaben des Gesundheitswesens, damit Patientinnen und Patienten die richtige und angemessene Versorgung zeitnah bekommen. Das gehe nur mit einer guten Zusammenarbeit. Entscheidend seien die gute Erreichbarkeit und »was die Patienten annehmen«.