| Daniela Hüttemann |
| 11.09.2026 15:00 Uhr |
ABDA-Vizepräsidentin Dr. Ina Lucas und Hamburgs Kammerpräsident Holger Gnekow rufen die Apothekenteams dazu auf, Veränderungen aktiv anzugehen und die Apothekenreform jetzt mit Leben zu füllen. / © PZ/Daniela Hüttemann
Am 2. Juli trat das Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungs-Gesetz (ApoVWG) in Kraft. Mit dem Inkrafttreten der sogenannten Mantelverordnung, die unter anderem Änderungen an der Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO) und der Arzneimittelpreisverordnung (AMPreisVO) umfasst, wird nach Christian Linnemanns Vereidigung als Bundesgesundheitsminister am 8. September nun jederzeit gerechnet. »Wir gehen davon aus, dass er sie uns zum Apothekertag mitbringt«, erklärte Holger Gnekow, Präsident der Apothekerkammer Hamburg, bei der jährlicher Mitgliederversammlung am Donnerstagabend in den Räumen der Hamburger Apobank-Filiale.
Gnekow gab zunächst einen kurzen Überblick über die Reformteile und deren Umsetzungsstatus. Die Mantelverordnung enthält zum Beispiel die Aufhebung des Skonti-Verbots, Vorgaben für den Versandhandel wie Temperaturkontrollen und eine gesicherte Zustellung sowie die Verhandlungslösung, nach der der Deutsche Apothekerverband ab dem 1. Januar 2028 das Packungsfixum jährlich mit dem GKV-Spitzenverband aushandeln soll.
Sein Fazit nach der nun fast abgeschlossenen Gesetzgebung zur Apothekenreform: »Die Apotheken vor Ort werden von allen Parteien als wichtiger Bestandteil im Gesundheitssystem wahrgenommen. Wir erhalten neue, zukunftsträchtige Aufgaben – beides ist sehr wichtig für uns. Doch der Umbau des Gesundheitssystems hat gerade erst begonnen.«
»Wir können zufrieden sein mit dem, was wir bislang erreicht haben. Wir müssen nun aber auch aktiv daran arbeiten, es umzusetzen und unsere Ideen einbringen, was wir für ein zukunftsträchtiges und bezahlbares Gesundheitssystem tun können«, so Gnekow.
ABDA, Kammern und Verbände sind weiter mit der Politik im Gespräch, zur Primärversorgung, Notfallreform, den unfairen Methoden des Versandhandels und weiteren Themen, berichteten Gnekow und ABDA-Vizepräsidentin Dr. Ina Lucas. Die Chancen, als Apotheken gehört zu werden, schätzen sie gut ein.
Entscheidend sei, der Politik Lösungen zu präsentieren. »Die neuen Aufgaben der Apotheken werden von der verfassten Ärzteschaft kritisiert. Aber von dort kommen keine zukunftsweisenden Veränderungsvorschläge zur Konsolidierung des Gesundheitswesens«, so Gnekow. Die Forderung nach dem Dispensierrecht in Notfällen und bei Hausbesuchen ordneten Gnekow und Lucas als »Retourkutsche« für die erweiterten Impfbefugnisse der Apotheken ein. In der Realität dürften die Anforderungen an die Arzneimittellagerung, Dokumentation et cetera zu hoch sein.