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Perimenopause
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Geist und Seele können leiden

Nebel im Kopf, Stimmungsschwankungen, schlechter Schlaf: In der Perimenopause, den Jahren vor der letzten Monatsblutung, leiden viele Frauen an psychischen und kognitiven Beschwerden. Wie hormonelle Veränderungen das Nervensystem beeinflussen, rückt zunehmend ins Zentrum der Forschung.
AutorKontaktClara Wildenrath
Datum 05.03.2026  07:00 Uhr

Miese Stimmung oder echte Depression?

Meist bleiben Angstsymptome und depressive Verstimmungen unterhalb des Niveaus einer psychischen Störung. Dennoch können sie die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen.

Davon abzugrenzen sind manifeste behandlungsbedürftige Erkrankungen. Auch deren Inzidenz nimmt in der Perimenopause zu. Wie Schwenkhagen betont, stellen die Jahre vor der letzten Monatsblutung ein »vulnerables Fenster« für die psychische Gesundheit dar. Das Risiko für eine schwere depressive Episode steigt in dieser Phase je nach Studie um 30 bis über 200 Prozent. Besonders gefährdet sind Frauen, die bereits in der Vergangenheit an Depressionen litten, zum Beispiel nach einer Entbindung, oder die stressvolle Ereignisse wie den Tod eines nahen Angehörigen oder eine Trennung erleben. Auch bei Frauen, die an vasomotorischen Beschwerden oder Schlafstörungen leiden, ist das Risiko höher, dass sich eine manifeste Depression entwickelt.

Mögliche Zeichen: Die niedergeschlagene Stimmung hält länger als zwei Wochen an, Antriebslosigkeit und Dauererschöpfung kommen hinzu und die Freude an gewohnten Hobbys geht verloren. Solche Symptome sollte die Patientin unbedingt ärztlich abklären lassen.

Phobien, klinisch relevante Angststörungen und Manien scheinen im Klimakterium ebenfalls vermehrt aufzutreten. Frauen mit einer Aufmerksamkeitsdefizitstörung (AD[H]S) erleben in der Perimenopause oft eine Verschlechterung ihrer Symptome, zum Beispiel von Ablenkbarkeit, emotionaler Instabilität und Stressempfindlichkeit.

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