| Christina Hohmann-Jeddi |
| 23.09.2026 18:00 Uhr |
Bisher war es Forschenden trotz der Bedeutung der Zellen des Hinterhirns nicht gelungen, diese Zellen in Zellkultur zu erzeugen. »Bei früheren Versuchen, Neuronen des Hinterhirns zu züchten, wurde vermutlich versucht, Vorläuferzellen des Vorder- und Mittelhirns dazu zu bringen, sich zu Hinterhirn-Zellen zu entwickeln – was, wie unsere Studie zeigt, nicht möglich ist«, sagte Jokhai.
Mit den neuen Erkenntnissen gelang es dem Team erstmals, funktionsfähige Hinterhirn-Zellen aus pluripotenten Stammzellen im Labor zu erzeugen. Dies ist wichtig, um Erkrankungen des Hinterhirns, wie die spinale Muskelatrophie (SMA) und die amyotrophe Lateralsklerose (ALS) besser untersuchen zu können.
Die Forschenden um Jokhai untersuchten auch, wie die beiden Nervensysteme im Laufe der Evolution entstanden sind. Offenbar reicht dieses Zwei-in-eins-System schon mehr als 500 Millionen Jahre zurück: So weisen auch Hühner, Zebrafische und Eichelwürmer, sehr einfache Meerestiere aus der Gruppe der Kiemenlochtiere, ein Nervensystem aus zwei getrennten Vorläuferzellen auf. Das Team fand jeweils ein Set Otx2 exprimierende und Gbx2 exprimierende Zellpopulationen in den Embryonen dieser Tiere.