Ansetzen will man auch bei den Zyto-Ausschreibungen. Konkret soll das Verbot der Zytostatika-Ausschreibungen gestrichen werden und es soll der Zustand vor 2017 wieder gelten. Ziel sei, »Effizienzreserven im Markt der Zytostatikaherstellung zu erschließen«. Bis 2017 hatten Krankenkassen in offenen Vergabeverfahren Vertragsapotheken für die Belieferung onkologischer Arztpraxen bestimmt. Diese Arztpraxen durften Rezepte nur den festgelegten Vertragsapotheken im entsprechenden Gebiet zuweisen und nicht mehr einer frei gewählten Apotheke.
Die Regelung wurde im Jahr 2017 durch das Arzneimittelversorgungsstärkungsgesetz (AMVSG) abgeschafft mit der Begründung, dass diese Verträge die Wahlfreiheit von Ärzten bei der Auswahl einer Apotheke einschränkten.
Grundsätzlich, heißt es, sei es gerechtfertigt, Wirtschaftlichkeitsreserven zu erschließen, »sofern dabei die Qualität der Versorgung gesichert bleibt«. Dafür eigne sich die Durchführung von Ausschreibungen auf Ebene der herstellenden Apotheken. Damit werde zudem ermöglicht, spezifische Qualitätsanforderungen in der Versorgung mit Zytostatika verbindlich festzulegen.
Die Apotheken spielen natürlich nur ein Randthema in den Vorgaben. Mehr als 1700 Vorschläge von Verbänden und anderen Beteiligten seien sorgfältig geprüft worden, so der Kommissionsvorsitzende Wolfgang Greiner. 66 Empfehlungen hat die Kommission jetzt vorgelegt, die alle einstimmig getroffen worden seien. Mehr als 42 Milliarden Euro für das Jahr 2027 könnten daraus resultieren, mehr als 63 Milliarden Euro im Jahr 2030. Die Politik habe damit »einen sehr weiten Ermessensspielraum«.
Man habe mit den Empfehlungen ein »wichtiges Zwischenziel« erreicht, so Warken. Sie bedankte sich für das Engagement der Expertinnen und Experten. Die Kommission habe keine politischen Vorgaben gehabt, keine »Denkverbote«. Der erste Teil liege nun schneller vor als geplant.
Die Einnahmen und Ausgaben müssten wieder in Einklang kommen, um die Beitragsspirale für die Versicherten zu beenden, gleichzeitig müsse das Leistungsversprechen eingehalten werden.
Gleichwohl hätten alle Beteiligten ihren Beitrag zu leisten, das führe zu einer breiten Akzeptanz. Warken gab einen Ausblick auf die Strukturreformen, für die bis spätestens Dezember Empfehlungen vorliegen sollen. »Es wird ein spannendes Jahr für die Erneuerung des Leistungsversprechens«, so Warken.