Der Hessische Apothekerverband kritisiert die geplante Anhebung des Apothekenabschlags und warnt vor einer Entwertung der zugesagten Honoraranpassung. / © HAV
Nach langem Hin und Her wurde Anfang des Monats die im schwarz-roten Koalitionsvertrag angekündigte Erhöhung des Fixums auf 9,50 Euro beschlossen. Ab Juli steigt er auf 9 Euro pro Packung, ab 2027 dann auf 9,50 Euro. Die Apothekerschaft beklagt sich seit Langem über gestiegene Personal-, Energie- und Betriebskosten.
»Vor diesem Hintergrund ist die nun zugesagte Anpassung des Packungsfixums auf 9,50 Euro nicht großzügig, sondern überfällig«, beklagt sich der Apothekerverband. Kritisch sieht der Verband auch die Erhöhung des Kassenabschlags. Dieser beträgt aktuell 1,77 Euro und soll ab 2027 auf 2,07 Euro steigen. Grund hierfür ist die GKV-Sparreform, die die Beiträge der Krankenkassen stabilisieren soll.
»Wer über Jahre keine angemessene Anpassung der Apothekenvergütung vornimmt, darf die jetzt zugesagte Korrektur nicht im nächsten Schritt wieder entwerten. Das ist politisch nicht fair und den Apothekenteams vor Ort nicht vermittelbar«, so Holger Seyfarth, Vorsitzender des Hessischen Apothekerverbandes.
Der Hessische Apothekerverband begrüßt es ausdrücklich, dass der Bundesrat die zusätzliche Belastung der öffentlichen Apotheken kritisch bewertet und sich gegen eine weitere Schwächung der Apotheken ausgesprochen hat. Ebenso begrüßt der Verband die Haltung der Hessischen Landesregierung, die sich immer wieder für stabile Vor-Ort-Apotheken einsetzt. Diese schlug zuletzt eine befristete Abschlagserhöhung vor.
»Wenn die Politik es mit einer wohnortnahen Arzneimittelversorgung, verlässlicher Arzneimittelsicherheit und einer starken pharmazeutischen Betreuung der Bevölkerung ernst meint, muss die Anhebung des Apothekenabschlags vom Tisch«, so der Verband.