(v. l. n. r.) Mathias Arnold (Landesapothekerverband Sachsen-Anhalt), Tino Sorge (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium (BMG), und Jens-Andreas Münch (Apothekerkammer Sachsen-Anhalt) beim Frühlingsfest in Magdeburg. / © AKSA/Kühne
Wie kann die Arzneimittelversorgung auch in Zukunft zuverlässig gesichert werden? Diese Frage stand im Fokus beim Frühlingsfest des Landesapothekerverbands und der Apothekerkammer Sachsen-Anhalt, das am 3. Juni in Magdeburg stattfand. Zu der Veranstaltung kamen Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Krankenkassen, Ärzteschaft, Pharmaindustrie und Apotheken zusammen.
Zu Gast war auch BMG-Staatssekretär Tino Sorge. Er betonte, dass die beschlossene Fixumserhöhung ein wichtiges Signal für die Apotheken sei. »Zwar kann die Erhöhung die gestiegenen Kosten der vergangenen Jahre nicht vollständig ausgleichen, sie ist aber ein erster Schritt, um die Versorgung vor Ort zu stärken«, sagte der CDU-Politiker aus Sachsen-Anhalt laut der Pressemitteilung. Er bezog sich dabei auf die Inflation, die gestiegenen Energiekosten und die Erhöhung des Mindestlohns, mit denen die Apotheken in den letzten Jahren konfrontiert waren.
Das Apothekenfixum wird zum 1. Juli auf 9 Euro und zum 1. Januar 2027 auf 9,50 Euro erhöht. Die ABDA begrüßte den Schritt, kritisierte jedoch, dass diese Anpassung nur stufenweise erfolgt und durch neue Sparmaßnahmen der Bundesregierung teilweise sogar wieder aufgehoben werden soll. Gemeint ist dabei die ab 2027 geplante Erhöhung des Kassenabschlags von 1,77 Euro auf 2,07 Euro.
Jens-Andreas Münch, Präsident der Apothekerkammer Sachsen-Anhalt, betonte, dass die wirtschaftliche Situation vieler Apotheken angespannt bleibt. »Jeder verlorene Standort bedeutet für die betroffenen Menschen längere Wege, weniger persönliche Beratung und eine zusätzliche Belastung der verbleibenden Versorgungsstrukturen. Im ländlichen Raum sind die Folgen heute schon spürbar«, so Münch.
Das Apothekensterben setzt sich auch im Jahr 2026 fort. Eine Abfrage der PZ zeigt, dass seit Jahresbeginn zahlreiche Apotheken aufgeben mussten. Mit dem Tiefpunkt wurde der niedrigste Stand an Apotheken seit fast 50 Jahren erreicht, wie die ABDA Ende 2025 mitteilte.
Mit Blick auf die kommenden Reformvorhaben herrschte dennoch beim Frühlingsfest vorsichtiger Optimismus. »Die Apothekerschaft setzt weiterhin auf einen konstruktiven Dialog mit der Politik«, heißt es in der Pressemitteilung.