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GKV-Spargesetz
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HAV erneuert Kritik an höherem Kassenabschlag

Nachdem auch der Gesundheitsausschuss im Bundestag den erhöhten Kassenabschlag für Apotheken nicht gekippt hat, reagiert der Hessische Apothekerverband (HAV) empört und weist erneut auf die gefährlichen wirtschaftlichen Konsequenzen hin. Die Maßnahme sei ein »politischer Taschenspielertrick«.
AutorKontaktPZ
Datum 09.07.2026  13:30 Uhr

Der Hessische Apothekerverband (HAV) kritisiere die vom Gesundheitsausschuss gebilligte Anpassung des Zwangsrabatts im Rahmen des GKV-Sparpakets mit aller Deutlichkeit, teilte der Verband heute mit. Während die Bundesregierung die Anpassung des Apothekenfixums von 8,35 Euro auf 9,50 Euro als Stärkung der Vor-Ort-Apotheken darstelle, werde ein erheblicher Teil dieser ohnehin nicht ausreichenden Honoraranpassung durch die gleichzeitige Anpassung des Zwangsrabatts gestrichen.

»Das ist keine Stärkung der Apotheken, sondern ein politischer Taschenspielertrick«, erklärt der HAV-Vorsitzende Holger Seyfarth. Erst werde den Apotheken nach mehr als zehn Jahren Stillstand eine längst überfällige und schon jetzt nicht ausreichende Anpassung ihrer Vergütung in Aussicht gestellt. Dann werde diese Anpassung durch einen höheren Zwangsrabatt im selben Gesetzespaket wieder massiv gekürzt. »Wer so Politik macht, stärkt die Versorgung nicht – er gefährdet die flächendeckende Versorgung und beschädigt das Vertrauen in die Politik.«

Im Vorfeld der für morgen erwarteten 2./3. Lesung des GKV-Spargesetzes fordert der HAV die Bundesregierung und die Koalitionsfraktionen daher auf, die vorgesehene Anpassung des Zwangsrabatts nicht zu beschließen. Der Koalitionsvertrag dürfe nicht auf dem Papier eine Stärkung der Apotheken versprechen und in der Gesetzgebung das Gegenteil bewirken.

Der Verband rechnet vor: Die Erhöhung des Fixums betrage 1,15 Euro je Packung. Gleichzeitig solle der Zwangsrabatt so angepasst werden, dass von dieser »ohnehin unzureichenden Honoraranpassung« 0,25 Euro netto je Packung verloren gehen. Somit werde die Anpassung um rund 22 Prozent gekürzt. Und wer eine unzureichende Anpassung um fast ein Viertel kürze, stärke die Apotheken nicht – er schwäche sie weiter.

»Mogelpackung«: Honorarerhöhung um 22 Prozent gekürzt

»Man muss es klar aussprechen: Eine ohnehin unzureichende Anpassung öffentlich als Stärkung zu verkaufen und sie gleichzeitig um rund 22 Prozent zu kürzen, ist eine Mogelpackung«, so Seyfarth. »Das ist kein Beitrag zur Stabilisierung der Arzneimittelversorgung. Das ist eine weitere Belastung für Betriebe, die seit Jahren unter massiv steigenden Kosten, zunehmender Bürokratie, Lieferengpässen und wachsendem Personaldruck stehen.«

Der HAV warnt davor, die Apotheken erneut zur Stabilisierung der Krankenkassenfinanzen heranzuziehen. Viele Betriebe arbeiteten bereits an der wirtschaftlichen Grenze. Jede weitere Kürzung treffe unmittelbar die wohnortnahe Arzneimittelversorgung.

»Wer die Apotheken wirklich stärken will, muss die ohnehin nicht ausreichende Honoraranpassung vollständig bei den Apotheken ankommen lassen – ohne neue Kürzungen, ohne Hintertüren, ohne politische Schönfärberei«, so Seyfarth abschließend. »Dieses Sparpaket spart an der falschen Stelle. Es belastet die Apotheken, schwächt die Versorgung und trifft am Ende die Patientinnen und Patienten.«

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