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Vor dritter Impfung

FDP-Politiker fordert kostenlose Antiköpertests

Um den Impfstatus vor einer eventuellen Covid-19-Auffrischimpfung genau zu überprüfen, fordert der FDP-Bundestagsabgeordnete Gerald Ullrich kostenlose Antikörpertests. Er kritisiert, dass die Bundesregierung bei den dritten Impfdosen nicht nach dem »Gießkannenprinzip« vorgehen sollte. Mit den kostenlosen Tests könne das Vertrauen in die Impfung aber gestärkt werden.
dpa
PZ
25.08.2021  10:40 Uhr

Ab dem 1. September sollen erste Covid-19-Auffrischungsimpfungen möglich sein. Arztpraxen konnten diese Woche bereits Impfdosen für die dritte Dosis bestellen, obwohl es weder eine entsprechende STIKO-Empfehlung noch eine Zulassung durch die Europäische Arzneimittelagentur -EMA gibt. Die Auffrischimpfungen sollen sich vor allem an Ältere, Immunsupprimierte oder Pflegebedürftige richten.

Nach Ansicht des FDP-Bundestagsabgeordneten Gerald Ullrich sollte die Bundesregierung allen Bürgern vor einer dritten Coronavirus-Impfung einen Antikörpertest bezahlen. Derzeit werde erwartet, dass sich Menschen zur Auffrischung impfen ließen, ohne zu wissen, ob dies überhaupt nötig sei, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. «Wer noch genug Antikörper gegen das Coronavirus hat, sollte sich nicht pauschal impfen lassen müssen, um den Impfstatus zu behalten.» Durch einen kostenlosen Antikörpertest dagegen könne das Vertrauen in die Impfung weiter gestärkt werden.

Das Gesundheitsministerium hatte Ullrich auf eine schriftliche Frage geantwortet, derzeit gebe es keine Pläne für kostenlose Antikörpertests. «Aus Sicht der Bundesregierung ist davon auszugehen, dass die Bereitschaft für eine Auffrischimpfung hoch sein dürfte», hieß es.

Ullrich betonte: «Wenn wir wollen, dass sich so viele Menschen wie möglich gegen Covid-19 impfen lassen, sollte die Bundesregierung nicht nach dem Gießkannenprinzip ›viel hilft viel‹ vorgehen, sondern differenzieren.» Skepsis gegenüber der Auffrischungs-Impfung sei «ein fataler Rückschritt in der Impfkampagne, den wir uns nicht erlauben können».

Ob niedrige Antikörperwerte tatsächlich auch mit einem geringen Schutz vor Covid-19 einhergehen, kann noch nicht sicher beantwortet werden. Erste Studienergebnisse zeigen aber zumindest für den Impfstoff von Moderna, dass niedrige Werte an neutralisierenden Antikörpern als Indikator für einen unzureichenden Schutz vor Covid-19 gewertet werden können. Zudem stellt sich derzeit die Frage, ob etwa eine reduzierte Dosis bei einer dritten Impfung ausreicht.

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