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Pneumokokken
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Fallzahlen steigen, Impfquoten sinken

Seit 2023 steigt die Rate an Pneumokokken-Infektionen deutlich an. Auffällig hoch ist die Inzidenz invasiver Krankheitsfälle. Besonders Menschen mit kardiovaskulären Vorerkrankungen profitieren von einer Impfung. Doch die Akzeptanz der Immunisierung ist »dramatisch dürftig«.
AutorKontaktElke Wolf
Datum 30.10.2026  18:00 Uhr

Herzschutz im Blick

Pneumokokken sind die häufigsten bakteriellen Erreger einer ambulant erworbenen Pneumonie. Die dadurch bedingte Mortalitätsrate steigt mit dem Alter und durch relevante Grunderkrankungen. »Die Hospitalisierungsrate liegt bei den über 60-Jährigen bei 52 Prozent. Fast ein Fünftel von ihnen verstirbt noch im Krankenhaus, die 1-Jahres-Mortalität liegt bei fast 50 Prozent. Etwa ein Viertel der Pneumokokken-Pneumonien verläuft bei hospitalisierten Patienten bakteriämisch. Die Letalität ist mit 12 Prozent bei Personen ab 60 Jahren extrem hoch«, konkretisierte Vogelmeier mit aktuellen Daten.

»Die Tatsache, dass eine Pneumonie generell zu einer Exazerbation der zugrunde liegenden Erkrankung führt, trifft besonders bei Menschen mit kardiovaskulären Grunderkrankungen zu.« So sei das Risiko einer ambulant erworbenen Pneumonie bei chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen um mehr als das Dreifache erhöht, und das über Jahre hinweg. Jeder fünfte Patient, der mit einer Pneumonie hospitalisiert wird, verstirbt im Krankenhaus, weitere 5 Prozent innerhalb der ersten 30 Tage nach Entlassung. Dabei stehen kardiovaskuläre Ursachen mit über 60 Prozent im Vordergrund. Besonders erschreckend: »Die erhöhte Mortalitätsrate bleibt noch bis zehn Jahre nach dem Ereignis bestehen.«

Vor allem im Zusammenspiel mit anderen Atemwegserregern treibt Staphylococcus pneumoniae sein fatales Zusammenspiel: So sei er mit 35 Prozent der häufigste Erreger von Koinfektionen bei hospitalisierten Influenzapatienten. Und auch bei stationären RSV-Patienten sei er in 23 Prozent der Fälle der häufigste Zweiterreger, berichtete Vogelmeier.

Die Relevanz der Impfung als Präventionsmaßnahme wird seit Kurzem von Fachgesellschaften hervorgehoben. So betont etwa die Europäische Gesellschaft für Kardiologie in ihrem aktuellen Konsensuspapier, dass Impfungen eine wichtige und eigenständige Säule zur kardiovaskulären Prävention darstellen, und empfiehlt in diesem Zusammenhang auch eine Impfung gegen Pneumokokken. Besonders Risikogruppen profitierten vom Impfschutz; vor allem die Myokardinfarktrate sei reduziert. Aktuelle US-amerikanische Daten belegen den Impfschutz unabhängig vom Alter.

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