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Pneumokokken
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Fallzahlen steigen, Impfquoten sinken

Seit 2023 steigt die Rate an Pneumokokken-Infektionen deutlich an. Auffällig hoch ist die Inzidenz invasiver Krankheitsfälle. Besonders Menschen mit kardiovaskulären Vorerkrankungen profitieren von einer Impfung. Doch die Akzeptanz der Immunisierung ist »dramatisch dürftig«.
AutorKontaktElke Wolf
Datum 30.10.2026  18:00 Uhr

»Die Inzidenz invasiver Pneumokokken-Erkrankungen ist in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen«, informierte Professor Dr. Claus Vogelmeier, Internist und Pneumologe aus Marburg, bei einer Pressekonferenz des Unternehmens Pfizer.

In der Tat: Laut Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) stiegen postpandemisch die Erkrankungszahlen bei Erwachsenen, und zwar mit einem verfrühten saisonalen Beginn und einem Anstieg der Fallzahlen im Herbst. Wurden 2023 noch 6500 Fälle registriert, waren es im vergangenen Jahr bereits 10.500. Im ersten Halbjahr 2026 schlagen bereits 6000 Fälle zu Buche.

»Die Pneumokokken-Impfung ist das ganze Jahr über sinnvoll, doch gerade jetzt – noch bevor die Zahlen invasiver Pneumokokken-Erkrankungen vermehrt ansteigen – sollten vulnerable Personengruppen aktiv angesprochen und geimpft werden, eventuell auch in Kombination mit der Influenza- und Covid-19-Impfung. Die Immunisierung kann nicht nur vor Infektionen schützen, sondern auch vor schweren Verläufen wie einer Pneumonie oder gar einer Sepsis sowie Meningitis«, betonte Vogelmeier.

Keine Saisonimpfung

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt denn auch für Menschen ab 60 Jahren standardmäßig sowie für Personen ab 18 Jahren mit chronischen oder immunschwächenden Grunderkrankungen indikationsbedingt die einmalige Impfung gegen Pneumokokken. Sie sollen seit März 2024 den 20-valenten Konjugatimpfstoff (PCV20, Prevenar 20®) bekommen, da dieser einen breiten Schutz gegen jene 20 Serotypen vermittelt, die bei Erwachsenen hierzulande mit schwerwiegenden Verläufen assoziiert sind.

»Erwachsene mit Grunderkrankungen, die in der Vergangenheit bereits eine Impfung mit dem Vorgänger, dem 23-valenten Polysaccharidimpfstoff, erhalten haben, sollen in einem Mindestabstand von sechs Jahren eine Impfung mit PCV20 erhalten.« Zu einer möglichen Auffrischungsimpfung macht die STIKO derzeit keine Angaben. Vogelmeier geht aber davon aus, dass die Immunantwort länger anhaltend sein wird als die des 23-valenten Impfstoffs und dass eventuell eine Auffrischung nach »fünf bis acht Jahren« möglich werden könnte.

Chronisch kranke Kinder ab zwei Jahren sollten eine sequenzielle Impfung mit PCV13 oder PCV15, gefolgt von PPSV23 nach sechs bis zwölf Monaten erhalten. Zudem sieht die STIKO für alle Säuglinge ab einem Alter von zwei Monaten eine Grundimmunisierung gegen Pneumokokken vor. Dabei sollten aufgrund der Unreife des Immunsystems ausschließlich Konjugatimpfstoffe (PCV13 und PCV15) verwendet werden. Bei ihnen ist das Antigen an ein Trägerprotein gekoppelt (»konjugiert«), was die Immunreaktion verstärkt.

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