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Migräneprophylaxe

Erste Langzeitdaten zu Erenumab

Der zur Migräneprophylaxe eingesetzte Antikörper Erenumab ist langfristig wirksam und verträglich. Eine Interimsanalyse nach 4,5 Jahren zeigte für Aimovig® eine anhaltende Reduktion der monatlichen Migränetage um mindestens 50 Prozent und eine Verträglichkeit auf Placebo-Niveau.
Kerstin A. Gräfe
25.11.2019  08:00 Uhr

Antikörper, die auf das CalcitoninGene-Related-Peptid (CGRP) oder dessen Rezeptor abzielen, gelten als neuer Meilenstein in der Migräneprophylaxe. Der erste im Bunde war Erenumab (Aimovig® von Novartis), gefolgt von Galcanezumab (Emgality® von Lilly) und Fremanezumab (Ajovy® von Teva). Alle haben sich in Studien als wirksam erwiesen: durchschnittlich reduzierte sich etwa bei jedem zweiten Migäne-Patienten die Häufigkeit der Attacken um 50 Prozent. Warum nur ein Teil der Patienten auf die Therapie anspricht, ist bislang unbekannt.

Für Erenumab liegen nun erste Langzeitdaten vor. Die entsprechenden Daten einer Interimsanalyse nach 4,5 Jahren einer insgesamt fünf Jahre laufenden offenen Beobachtungsstudie wurden im Rahmen des 19. Kongresses der Internationalen Kopfschmerzgesellschaft in Dublin, Irland, präsentiert. Demnach erreichten 77 Prozent der Patienten unter einer kontinuierlichen Einnahme des Antikörpers eine Reduktion der monatlichen Migränetage um mindestens 50 Prozent. Bei mehr als der Hälfte der Patienten (56 Prozent) nahmen die monatlichen Migränetage um 75 Prozent ab. 33 Prozent erzielten nach 4,5 Jahren eine Reduktion der monatlichen Migränetage um 100 Prozent. Neue Nebenwirkungen wurde nicht beobachtet und es kam auch nicht zu einer Zunahme von kardiovaskulären Ereignissen.

Migräne ist eine schwerwiegende neurologische Erkrankung. Sie ist mit erheblichen Schmerzen, körperlichen Beeinträchtigungen, reduzierter Lebensqualität und finanziellen Belastungen für die Gesellschaft verbunden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärte Migräne zu einer der zehn Hauptursachen, aufgrund derer Männer und Frauen jahrelang mit Einschränkungen leben müssen. Die Erkrankung wird häufig nicht diagnostiziert und nur unzureichend behandelt.

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