| Daniela Hüttemann |
| 02.04.2026 13:30 Uhr |
Die Orion-Kapsel verfügt übrigens über ein 3D-gedrucktes Titanium-Toilettensystem (offiziell »Universal Waste Management System«) – ein eigener Miniraum mit Tür. Die Astronauten nehmen auf einem recht kleinen Sitz Platz und sichern sich dort mit Haltegriffen und Fußstützen. Es gibt einen speziellen Urinschlauch, der an ein Absaugsystem angeschlossen ist. Jedes Crew-Mitglied verwendet einen eigenen, speziell geformten Trichter, der an den Schlauch angeschlossen wird, um einen dichten Sitz am Körper zu gewährleisten und so ein Auslaufen zu verhindern. Da Artemis II eine kurze zehntägige Mission ist, wird der Urin nicht zu Trinkwasser aufbereitet (wie auf der ISS). Stattdessen wird er mehrmals täglich direkt ins All abgelassen.
Und falls doch ein großes Geschäft fällig ist? Wird es in die kleine Kloschüssel erledigt. Ein Luftstrom saugt den Stuhl vom Körper weg in einen Einwegbeutel, der sich in einem Behälter am Sockel befindet. Sobald der Beutel voll ist, wird er verschlossen, komprimiert und gelagert. Der Abfall wird anschließend zur Entsorgung zur Erde zurückgebracht.
Tatsächlich gab es nur einige Stunden nach dem Start ein kleines Toilettenproblem: Der Ventilator hatte sich verklemmt. »Die Toilette hat sich von selbst abgeschaltet, und eine blinkende orange Warnleuchte leuchtet«, berichtete Astronautin Christina Koch der Missionskontrolle in Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida. An einer Lösung wird derzeit noch getüftelt. Solange sollen die Astronauten ein tragbares System aus Beutel und Trichter nutzen.