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Artemis-Mission
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Ernährung und Verdauung im All

Am Mittwochabend sind drei Astronauten und eine Astronautin auf eine zehntägige Mission zur ersten bemannten Mondumrundung gestartet. Gleich zu Beginn gab es ein kleines Toilettenproblem. Der Proviant umfasst unter anderem 58 Tortillas, Mango-Pfirsich-Smoothie und fünf verschiedene scharfe Saucen.
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 02.04.2026  13:30 Uhr

Um 18:35 Uhr Ortszeit ist die SLS-Trägerrakete mit der Orion-Raumkapsel und der vierköpfigen Besatzung am Kennedy Space Center in Florida gestartet. Mit dabei haben die drei Astronauten und die Astronautin 189 Gerichte, verrät ein Fun-Fact-Sheet der NASA, darunter viele Tortillas, Brot, vegetarische Quiche, Frühstückswürstchen, Couscous mit Nüssen, Granola, Obstsalat und Nüsse. Sogar fünf verschiedene scharfe Saucen gibt es, Ahornsirup, Erdnussbutter und Schokoladenaufstrich.

Dazu stehen zehn verschiedene Getränke zur Auswahl – kein Alkohol, dafür genug Kaffee für 43 Tassen, was etwa einer Tasse pro Tag und Crew-Mitglied entspricht. Jedem Astronauten sind zwei Getränke mit Geschmack (inklusive Kaffee) am Tag gestattet. 

»Die an Bord von Artemis II mitgeführten Lebensmittel sind darauf ausgelegt, die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Besatzung während der Mission um den Mond zu unterstützen«, erklärt die NASA. Die Auswahl der Lebensmittel erfolgte in Abstimmung mit Experten für Weltraumnahrung und der Besatzung, um Kalorienbedarf, Flüssigkeitszufuhr und Nährstoffaufnahme in Einklang zu bringen und gleichzeitig den individuellen Vorlieben der Besatzungsmitglieder Rechnung zu tragen. Auch das Packgewicht spielte eine Rolle.

Verstopfung im All

Ein Kühlschrank oder Küchengeräte sind nicht an Bord, sodass ausreichende Haltbarkeit und einfache Handhabung ausschlaggebend sind. Zudem soll das Essen möglichst nicht krümeln. Die Verpflegung bestehe aus verzehrfertigen, rehydrierbaren, thermostabilisierten oder bestrahlten Lebensmitteln, heißt es von der NASA. Die Besatzung nutzt den Trinkwasserspender der Orion, um Speisen und Getränke zu rehydrieren sowie einen kompakten, aktentaschenartigen Speisenwärmer, um Mahlzeiten bei Bedarf zu erwärmen.

Zur Weltraumapotheke gibt es dieses Mal keine so genaue Auflistung. Mit an Bord sein dürfte aber beispielsweise Bisacodyl. Denn in der Mikrogravitation und bei eingeschränkter Bewegung, verändertem Schlaf-Wach-Rhythmus, einer angepassten Ernährung und einer restriktiven Flüssigkeitszufuhr kann es zu Verstopfung kommen. »Der Wegfall einer gerichteten Schwerkraft führt zu veränderten Druck- und Lageverhältnissen von Nahrung, Gasen und Flüssigkeiten im Verdauungstrakt«, heißt es in einer Pressemitteilung von Dulcolax-Hersteller Opella. »Hinzu kommen charakteristische Flüssigkeitsverschiebungen in den Oberkörper mit veränderter Darmdurchblutung.«

Toilettenpanne kurz nach dem Start

Die Orion-Kapsel verfügt übrigens über ein 3D-gedrucktes Titanium-Toilettensystem (offiziell »Universal Waste Management System«) – ein eigener Miniraum mit Tür. Die Astronauten nehmen auf einem recht kleinen Sitz Platz und sichern sich dort mit Haltegriffen und Fußstützen. Es gibt einen speziellen Urinschlauch, der an ein Absaugsystem angeschlossen ist. Jedes Crew-Mitglied verwendet einen eigenen, speziell geformten Trichter, der an den Schlauch angeschlossen wird, um einen dichten Sitz am Körper zu gewährleisten und so ein Auslaufen zu verhindern. Da Artemis II eine kurze zehntägige Mission ist, wird der Urin nicht zu Trinkwasser aufbereitet (wie auf der ISS). Stattdessen wird er mehrmals täglich direkt ins All abgelassen.

Und falls doch ein großes Geschäft fällig ist? Wird es in die kleine Kloschüssel erledigt. Ein Luftstrom saugt den Stuhl vom Körper weg in einen Einwegbeutel, der sich in einem Behälter am Sockel befindet. Sobald der Beutel voll ist, wird er verschlossen, komprimiert und gelagert. Der Abfall wird anschließend zur Entsorgung zur Erde zurückgebracht.

Tatsächlich gab es nur einige Stunden nach dem Start ein kleines Toilettenproblem: Der Ventilator hatte sich verklemmt. »Die Toilette hat sich von selbst abgeschaltet, und eine blinkende orange Warnleuchte leuchtet«, berichtete Astronautin Christina Koch der Missionskontrolle in Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida. An einer Lösung wird derzeit noch getüftelt. Solange sollen die Astronauten ein tragbares System aus Beutel und Trichter nutzen.

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