Pharmazeutische Zeitung online
Resümee und Ausblick des BPhD

Ereignisreiche Zeiten für Studierende

Das Fazit zur Online-Lehre fällt jedoch sehr gemischt aus. Sicherlich bietet das Online-Studium einige Annehmlichkeiten, allerdings bedeutet das eigenständige Lernen in der eigenen Wohnung erheblich mehr Selbstdisziplin und -organisation. Gerade Studienanfänger stellt es vor zusätzliche Herausforderungen, denn mit dem Studienstart kommt nicht nur eine neue Lernsituation auf sie zu, sondern häufig geht dieser auch mit einem Wechsel des Wohnorts einher, wo erst einmal neue Kontakte geknüpft werden müssen. In Zeiten von Online-Studium und (Teil-)Lockdown ist das deutlich schwerer als üblich.

Diese Situation kann sich auch deutlich auf die Psyche auswirken. Dabei stand es bereits vor der Pandemie nicht gut um die mentale Gesundheit der Pharmaziestudierenden. Dies zeigte die im ersten Quartal 2020 veröffentlichte repräsentative Umfrage im Rahmen der groß angelegten Mental-Health-Kampagne des BPhD. 94 Prozent der Teilnehmer gaben an, das Studium als stressig zu empfinden. Etwa ein Achtel der Befragten leidet eigenen Aussagen zufolge unter einer studienbedingten psychischen Erkrankung. Dieser Anteil steige mit dem Fortschreiten des Studiums weiter an. Mit 66,3 Prozent gab mehr als die Hälfte der Befragten an, dass sie das Studium nur jemandem mit großem Interesse an naturwissenschaftlichen Fächern empfehlen würden. Diese Zahlen zeigen: Es besteht Handlungsbedarf! Als Stressfaktoren wurden unter den Befragten hauptsächlich solche empfunden, die einen direkten Bezug zum Studium und seinen Inhalten haben: Der große Stoffumfang, das hohe Anforderungsniveau der Veranstaltungen, unvollständige und unzureichende Materialien sowie eine unausgeglichene Verteilung der Anforderungen an die Studierenden über das Semester.

Ausblick auf 2021

Als Studierendenverband steht die Weiterentwicklung des Studiums und damit die Forderung nach einer Novellierung der Approbationsordnung für den BPhD mit an erster Stelle. Auch hier wurden im Jahr 2020 mit einem Positionspapier bezüglich eines alternativen Prüfverfahrens zum Ersten Abschnitt der pharmazeutischen Prüfung sowie einem Positionspapier zum »Pharmaziestudium und der Approbationsordnung für Apotheker« neue Akzente gesetzt. Letzteres zieht vier Jahre nach der erstmaligen Forderung nach einer entsprechenden Novellierung der AAppO ein Resümee. Auch die Mitgliederversammlung der Bundesapothekerkammer (BAK) hatte sich bereits vor etwa einem Jahr für eine Novellierung ausgesprochen. Hier scheint es also voranzugehen und im Jahr 2021 sind spannende, aber auch kontroverse Diskussionen zu diesem Thema zu erwarten.

Insgesamt haben die Fachschaften der Pharmazie über das Jahr elf Positionen beschlossen, die den Kurs für künftig relevante Themen aufzeigen. Eine wichtige und in der Vergangenheit schon häufig diskutierte Aufgabe ist das Thema »Impfen in der Apotheke«. In seinem Positionspapier »Impfen« fordert der Verband wie andere politische Interessenvertretungen auch, dass Apotheker impfen dürfen sollten. Die Politik hat dies inzwischen aufgegriffen und seit 2020 laufen erfolgreich die ersten Modellprojekte zur Grippeschutzimpfung in Apotheken.

Die Modellprojekte sowie die Hilfe bei der Pandemiebewältigung bieten den Apothekern eine ausgezeichnete Möglichkeit, ihre Kompetenzen in den Vordergrund zu rücken. Aufbauend hierauf sollte der Berufsstand allerdings weiterhin selbstbewusst die pharmazeutischen Dienstleistungen einfordern und auf eine baldige Einführung hinwirken. Denn durch die Implementierung dieser kann die Stellung der Apotheker als Arzneimittelexperten im Gesundheitssystem, die ihr naturwissenschaftliches und medizinisches Fachwissen regelmäßig in der Beratung und im Medikationsmanagement anwenden, gefestigt werden.

All dies bietet eine Grundlage für ein produktives und ein für den Berufsstand sicherlich entscheidendes Jahr 2021. Um diesen zukunftssicher zu machen, braucht es sowohl ein attraktives Studium als auch ansprechende Berufsaussichten. Bei Ersterem sollten die Pharmaziestudierenden ein festes Mitspracherecht erhalten. Für Letzteres sieht der Verband den pharmazeutischen Nachwuchs in der Pflicht, Impulse zu setzen.

Seite<12
Seite<12

Mehr von Avoxa