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Psychoneuroimmunologie

Emotionen steuern das Immunsystem

Bislang werfen die Forschungsergebnisse nur einzelne Schlaglichter auf das komplexe Geflecht aus Körper, Geist und Seele. Für Psychoneuroimmunologen reichen die Erkenntnisse jedoch längst aus, um ein Umdenken in der Medizin zu fordern. »Wir wissen heute, dass sich soziale Faktoren ganz wesentlich auf Gesundheit und Krankheit ­auswirken können. Die ganzheitliche Behandlung ist deshalb nicht nur ein romantisches Wort, sondern eine ­Notwendigkeit«, betont Schubert. Die ­Medizin müsse wegkommen von ihrer »unglaublich stofflichen Ausrichtung« auf Allergene, Pathogene, Medikamente und Instrumente.

Er hält es für erwiesen, dass sich ­Genesungsprozesse durch Psychothe­rapie begünstigen lassen, weil »psychische Faktoren, die mit einer Veränderung der Immunaktivität verbunden sind, adressiert und verändert werden können«. Auch Stressprävention und Entspannungstechniken spielen dabei eine Rolle. Zudem müsse man in der Bevölkerung mehr Bewusstheit schaffen für die Bedingungen, die Kindern ein sicheres Bindungsverhalten und eine gesunde psychische und somit auch immunologische Entwicklung ermöglichen. »Missbrauch fängt nicht erst bei Tätlichkeiten an. Auch Worte können töten«, formuliert Schubert etwas überspitzt.

Umgekehrt können Worte auch viel Positives bewirken. Etwa, wenn es der Apotheker bei der Abgabe eines Medikaments mit verantwortungsvoller Aufklärung schafft, die Heilungserwartung des Patienten zu stärken. Und ­damit die Psyche zur ­Verbündeten im Genesungsprozess macht.

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