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KI-Deepfakes
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Echt beraten statt digital getäuscht

KI-generierte Fälschungen gefährden nicht nur Vertrauen, sondern können schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben und sind demokratiegefährdend. Welche Rolle die Apotheke vor Ort als wichtiger Gegenpol zur digitalen Informationsflut einnehmen kann und muss, wurde heute bei einer Veranstaltung des Wort & Bild Verlags in Berlin diskutiert.
AutorKontaktMelanie Höhn
Datum 09.09.2026  15:30 Uhr

Apotheken als »analoger Check«

»Die Sehnsüchte, der Schmerz, die Verzweiflung von Menschen auszunutzen auf der Suche nach Heilung ist das Mieseste, was man machen kann. Wir denken immer: ›Ach, das ist ja nur digital. Das hat aber echte Konsequenzen‹«, kritisierte er. Denn auch gefälschte Medikamente hätten echte Nebenwirkungen. »Wir brauchen echte Gesundheitsinformationen, wir brauchen echte Menschen«, sagte er und fügte hinzu: »Wir müssen jetzt zusammenhalten, weil es wirklich um Menschenleben geht.«

Die große Chance bestehe darin, den Wert von einem »Check im analogen Leben« wiederzuentdecken: »Das ist auch der große Punkt, was Apotheken und Apothekerinnen haben, weil da kannst du 24-7 einen echten Menschen treffen.« Und er beschreibt, wie dieser Check praktisch funktionieren könnte: »Da kannst du, bevor du was im Internet bestellst, mal kurz fragen: ›Haben Sie eigentlich von dem Wundermittel gehört, das er gerade bewirbt?‹« Sein Appell: Immer wenn man unsicher sei und bevor man seine E-Mail-Adresse, Kreditkartennummer oder Telefonnummer eingebe, solle man einen Arzt oder Apotheker fragen.

Persönlicher Arztkontakt als Gegengewicht

Die Ärztin, Journalistin, Moderatorin und Medfluencerin Julia Fischer hob hervor, dass Gesundheitsinformationen aus sozialen Medien nicht ungeprüft übernommen werden sollten. Man dürfe Informationen nicht aus einer einzigen Quelle übernehmen, sondern müsse prüfen: »Was sagen Fachgesellschaften, was sagt der Arzt, der Apotheker?«

Auch sie ist Betroffene und erzählte: »Ich wusste am Anfang nicht, soll ich lachen oder weinen? Ich dachte: Es kann doch nicht sein, dass jemand das glaubt.« Doch für sie sei auch die größere Dimension sehr belastend gewesen, »dass man Bestandteil wird von etwas, was Vertrauen missbraucht und zerstört, was am Ende tatsächlich demokratiegefährdend ist.«

Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer, sieht den persönlichen Arztkontakt als wichtiges Gegengewicht zu digitalen Fakes. Gerade der persönliche Arztbesuch könne wieder an Bedeutung gewinnen: »Ein Arzt, den ich aufsuchen kann, es gibt ein Schild an der Tür, oder es gibt ein Krankenhaus, in das ich gehe. Das weiß ich, ich sehe den Menschen.«

Für die ärztliche Arbeit sei vor allem die Desinformation problematisch. Ärztinnen und Ärzte müssten diese falschen Informationen aus dem Weg räumen. Reinhardt sieht auch Bedarf an verlässlichen digitalen Angeboten: Es müsse ein Angebot geben, was von Krankenkassen, vom Gemeinsamen Bundesausschuss getragen und bei dem jeder wisse, was darin enthalten sei, »validiert und safe«.

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