»Europaweit sind Fälle von Flughafen-Malaria weiterhin selten«, betont das RKI. In den vergangenen Jahren würden solche Fälle jedoch zunehmend berichtet. »Günstige Temperatur und Feuchtigkeitsbedingungen im Rahmen des Klimawandels können das Überleben und die Aktivität importierter Anophelesmücken nach ihrer Ankunft begünstigen.«
Seit 2015 sind dem RKI 19 Malariafälle mit wahrscheinlicher Übertragung in Deutschland bekanntgeworden: zwei Fälle mit Krankenhausinfektion, ein Fall von Koffermalaria, eine Mutter-Kind-Übertragung, ein Fall mit unklarem Übertragungsweg und 14 Fälle von möglicher Flughafenmalaria (zwei Fälle 2019, drei Fälle 2022, ein Fall 2023, acht Fälle 2026).
»Die Gefahr der sogenannten Flughafen-Malaria ist bekannt«, sagt auch Friedrich Frischknecht vom Uniklinikum Heidelberg. »Das ist extrem selten und wird extrem selten bleiben, auch wenn die Fälle mit dem steigenden Reiseverkehr ein bisschen zunehmen können.«
»Manche tropischen Mücken sind bei kalten Temperaturen nicht mehr so überlebensfähig und fliegen auch nicht mehr so aktiv«, sagt Frischknecht. Aber natürlich könnten sie im temperierten Flughafengebäude unterwegs sein. Der Experte weist darauf hin, dass Malaria in seltenen Einzelfällen auch von hiesigen Mücken übertragen werden kann, wenn diese den Erreger aufgenommen haben.
Mit Blick auf die Tigermücke, die sich in Deutschland ausbreitet, gibt er hingegen Entwarnung: Die könne zwar viele tropische Krankheiten wie Dengue, Zika und Chikungunya übertragen, jedoch keine Malaria.