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Psychopharmaka

Die wichtigsten Interaktionen

Fazit

Interaktionen sind in der Psychopharmakotherapie häufig und betreffen fast alle Patienten und alle Wirkstoffgruppen (Tabelle 4). Besonders wichtig sind Interaktionschecks bei Menschen, die Psychopharmaka und Somatika erhalten. Da die Gesamtmedikation den einzelnen Ärzten sehr wahrscheinlich nicht bekannt ist, bleiben Wechselwirkungen unerkannt und unberücksichtigt. Apotheker nehmen eine Schlüsselrolle zwischen Patienten und (mehreren) Ärzten ein. Sie können Interaktionen erkennen und durch gezielte Fragen abschätzen, ob eine Intervention erforderlich ist, um unerwünschte Arzneimittelereignisse abzuwenden. Ebenso kann ein geeignetes Monitoring, zum Beispiel mit Blutdruck- und Laborkontrollen, EKG und Therapeutischem Drug Monitoring, die Arzneimitteltherapiesicherheit erhöhen.

Wirkstoffgruppe Wichtigste Interaktionen
klassische Antipsychotika (»Erstgenerations-Antipsychotika«) extrapyramidal-motorische Symptome (EPS) in Kombination mit weiteren Antipsychotika
additive QTc-Verlängerung
Hypotonie in Kombination mit Antihypertensiva
additive anticholinerge Effekte
CYP-Inhibition durch Melperon, Levomepromazin und Perazin
atypische Antipsychotika (»Zweitgenerations-Antipsychotika«) Abschwächung der blutzuckersenkenden Wirkung von Antidiabetika
additive QTc-Verlängerung
Hypotonie in Kombination mit Antihypertensiva
additive anticholinerge Effekte (Clozapin, Olanzapin, Quetiapin)
additive Hämatotoxizität (vor allem Clozapin)
Lithium (Stimmungsstabilisierer) pharmakokinetisch: Lithium-Intoxikation mit NSAR, ACE-Hemmern, Diuretika, Sartanen
Xanthin-Derivate senken Lithiumspiegel
additive QTc-Verlängerung
Stimmungsstabilisierer (Lamotrigin, Carbamazepin, Valproinsäure) additive Hämatotoxizität und Hepatotoxizität
Carbamazepin: Induktion von CYP-Enzymen
Tabelle 4: Weitere wichtige Interaktionen aus dem Bereich der Psychopharmaka

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